Europaforschung am ZEW

Das Projekt der Europäischen Integration stiftet den Europäern bis heute einen großen politischen und ökonomischen Nutzen. Ereignisse wie die Euro-Schuldenkrise oder der Brexit haben jedoch Fragen aufgeworfen, inwieweit die EU mit ihren heutigen Strukturen noch zukunftsfähig ist. Das ZEW will mit seiner Forschung einen Beitrag zum Verständnis von Reformoptionen leisten. Wir behandeln zum Beispiel die Frage, wie eine intelligente Harmonisierung der europäischen Steuerpolitik aussehen könnte. Wir analysieren zudem, wie die Eurozone krisenfester gemacht werden kann. Und wir untersuchen, wie der europäische Haushalt in Zukunft strukturiert sein sollte, um einen echten europäischen Mehrwert auf Gebieten wie Klimaschutz, Migrationspolitik oder Sicherheit zu schaffen.

Friedrich Heinemann
ZEW-Experte

Prof. Dr. Friedrich Heinemann

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Die Europäische Union muss sich so fortentwickeln, dass sie allen Mitgliedstaaten und Bürgerinnen und Bürgern ihren Nutzen immer wieder überzeugend unter Beweis stellt.

ZEW-Experte Friedrich Heinemann zur Europaforschung am ZEW

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann erklärt die Europaforschung am ZEW

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Wir benötigen europäische Ansätze: ZEW-Experte Friedrich Heinemann erläutert unsere Forschung zu Europa.

Europäische Fiskalinstitutionen

Europa hat im Jahr 1999 mit dem Euro eine gemeinsame Währung eingeführt. Dieser Schritt zur monetären Integration war zunächst mit nur geringen Anpassungen der fiskalischen Institutionen verbunden. Spätestens die Euro-Staatsschuldenkrise hat die Schwächen dieser Konstellation offengelegt. Bis heute bleiben die Institutionen der Eurozone unvollständig. Eine Leitfrage unserer Forschung auf diesem Gebiet ist, wie fiskalische Eigenverantwortung und europäische Solidarität in die richtige Balance gebracht werden können.

ZEW-Projekt

EU-Forschungsprogramm SEEK

Das internationale Forschungsprogramm „Strengthening Efficiency and Competitiveness in the European Knowledge Economies“ (SEEK) am ZEW Mannheim analysierte durch anwendungsorientierte Forschungsarbeit die drängendsten Fragen der europäischen Wirtschaftspolitik.

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Forschung

Zu wenig Einigkeit in Nationalparlamenten für EU-Reformen

Parlamentarier in den drei großen Ländern der Eurozone Deutschland, Frankreich und Italien sind uneins über den europäischen Reformkurs. Konsens besteht lediglich im Wunsch nach höheren öffentlichen Investitionen, mehr Rechten für das Europäische Parlament und wachsenden Zuständigkeiten der Europäischen Union für Immigration und Verteidigung. Tief gespalten zeigen sich die populistischen Gruppierungen im Norden und Süden.
 

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Forschung

Neuverteilung der EU-Kompetenzen

Die Bundesregierung sollte eine Initiative für eine neue Aufgabenteilung zwischen der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten auf den Weg bringen. Aufgaben wie die Einkommenssicherung von Landwirten gehören zurück in die Verantwortung der Mitgliedstaaten. Im Gegenzug sollte Europa eine sehr viel stärkere Verantwortung für die Entwicklungshilfe, die Verteidigung und die Asylpolitik übernehmen. 

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Publikation

Dispelling the shadow of fiscal dominance? Fiscal and Monetary Announcement Effects for Euro Area Sovereign Spreads in the Corona Pandemic

Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen geldpolitischer und fiskalpolitischer Ankündigungen auf die Renditen von Staatsanleihen im Euroraum während der sich ausbreitenden Covid-19-Pandemie.

Zur Publikation im „Journal of International Money and Finance“

MannheimTaxation: Europas Steuersystem der Zukunft

Wie sieht die Steuerpolitik der Zukunft aus? Was kann unsere Forschung zur europäsichen und globalen Steuerintegration beitragen? Und wie können wir das Steuersystem fit für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit machen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Leibniz-WissenschaftsCampus MannheimTaxation – eine gemeinsame Initiative der Universität Mannheim und des ZEW. Die im Rahmen von MannheimTaxation durchgeführte Forschung ist interdisziplinär und umfasst die Bereiche Ökonomie, Betriebswirtschaft, Recht und Politikwissenschaft.

Forschung

Mannheim Tax Index

Unsere Berechnung der steuerlichen Standortattraktivität in Europa

Weitere Informationen
Forschung

Steuerlicher Unterbietungswettbewerb schadet der Standortattraktivität Westeuropas

In einer globalisierten und digitalisierten Wirtschaft steigt die Mobilität von Kapital und Arbeit, was den Steuerwettbewerb weltweit fördert – ein steuerlicher Unterbietungswettbewerb bei der Körperschaftsteuer ist bis heute zu beobachten. Entgegen diesem Trend stagniert die effektive Einkommensteuerbelastung eines hoch qualifizierten Arbeitnehmers erkennbar, begleitet von einem teilweisen Anstieg der Spitzensteuersätze. In der Zukunft könnte allerdings die Besteuerung von hochqualifizierten, mobilen Arbeitskräften aufgrund des enormen Digitalisierungsschubs durch die Corona-Pandemie an Bedeutung gewinnen.

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Forschung

Steuerliche Begünstigung der Fremd- gegenüber der Eigenkapitalfinanzierung auf nationaler und nicht auf EU-Ebene angehen

Der Debt-Equity Bias stellt ein tief verwurzeltes Problem im heutigen Steuersystem dar und hemmt die Investitionsfinanzierung durch Eigenkapital. Ein aktueller ZEW policy brief zeigt, dass der Debt-Equity Bias nicht durch eine Harmonisierung auf europäischer Ebene zu lösen ist. Stattdessen empfehlen die Wissenschaftler/innen diese steuerliche Verzerrung auf nationaler Ebene zu beseitigen, beispielsweise durch die Einführung einer dualen Einkommensteuer.

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Forschung

Ankündigung zu öffentlichem Country-by-Country-Reporting verursacht Wertverlust von Unternehmen in der EU

Europäische Konzerne sind künftig verpflichtet, ihre länderbezogenen Erträge und Ertragssteuern zu veröffentlichen („Country-by-Country-Reporting“). Einem entsprechenden Richtlinienentwurf hat das Parlament der Europäischen Union (EU) heute zugestimmt. Ziel der Offenlegung ist die Aufdeckung und Eindämmung von Steuervermeidungspraktiken. Bereits die Ankündigung einer vorläufigen politischen Einigung zur Einführung einer solchen Richtlinie am 1. Juni 2021 hatte zu deutlichen Reaktionen am Kapitalmarkt geführt: So hat das ZEW Mannheim in Kooperation mit der Universität Mannheim bis zu zwei Tage nach der Ankündigung kumulierte durchschnittliche abnormale Renditen zwischen -0,499 und -0,699 Prozent nachgewiesen. Dies entspricht einem Wertverlust der Unternehmen von 48 bis 65 Milliarden Euro.

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Wachstum, Produktivität und Innovation in Europa

Europa kann seine ambitionierten Ziele auf Bereichen wie Sozialpolitik, Ökologie und internationale Entwicklung nur mit einer gesunden ökonomischen Basis erfolgversprechend verfolgen. Das ZEW will vor diesem Hintergrund mit seiner Forschung zu einem besseren Verständnis für die Bestimmungsgründe von Innovationen, Gründungsgeschehen und Unternehmertum beitragen. Damit positioniert sich das Institut als Gesprächspartner für die Akteure der Innovations- und Technologiepolitik auf nationaler und europäischer Ebene.

Grafik zur aktuellen Lage und Konjunktur in der Eurozone
Konjunkturerwartungen und Lageeinschätzungen Eurozone.

Wachstum, Wohlstand, Innovation und Produktivität

Bereits vor der Krise 2008 konnte in vielen Industrieländern eine nachlassende Wachstumsdynamik beobachtet werden, die sich im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise weiter verschärft hat und die sich auch nach deren Ende nur langsam erholt. Das Wachstum von Produktivität und Einkommen bleibt in vielen europäischen Ländern schwach. Unser Projekt GROWINPRO setzt es sich zum Ziel politische Lösungen bereitzustellen, welche die Wiederherstellung eines nachhaltigen und integrativen Wachstums ermöglichen.

Weiter Informationen zu GROWINPRO

Forschung

Neue Perspektiven in der europäischen Innovationspolitik

Innovationen sind für das Wirtschaftswachstum von grundlegender Bedeutung. Regierungen sollten daher Anreize für Unternehmen setzen, verstärkt in Innovationen zu investieren. Bei FuE-Investitionen verliert Europa immer mehr an Boden. Grund für diese Entwicklungen sind ein relativ schwaches Innovationsverhalten von KMU, die zu langsame Verbreitung innovativer Technologien und der zunehmende Wettbewerb auf dem Markt für Innovationen. Europa braucht einen neuen Ansatz in seiner Innovationspolitik, der sowohl die Entwicklung disruptiver Innovationen als auch die Diffusion neuer Technologien durch den Markt stärker fördert.

Weitere Informationen im ZEW policy brief 18-07

ZEW-Präsident

Achim Wambach

Für viele der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen ist Europa die Antwort. Den „Europäischen Mehrwert“ können wir nur gemeinsam erarbeiten.