Fokus der Nachwuchsforschungsgruppe:

  • Einfluss von Marktkonzentration und Wettbewerbsdruck auf Produktivität und Innovation
  • Auswirkung finanzieller Verflechtung von Unternehmen auf Unternehmensstrategien
  • Ausgestaltung der Regeln und Prozesse in Technologie-Standardisierungsverfahren
  • Informationsfluss zwischen Unternehmen und Auswirkungen auf Preis- und Innovationsstrategien

Die Nachwuchsforschungsgruppe „Wettbewerb und Innovation“ befasst sich mit ökonomischen Fragestellungen der Wettbewerbsökonomie und -politik, insbesondere an der Schnittstelle zur Innovationsökonomie. Übergeordnetes Thema ist die Frage der optimalen Ausgestaltung wettbewerbsrechtlicher Regeln, die zum Funktionieren von Güter- und Dienstleistungsmärkten auf der einen und von Technologiemärkten auf der anderen Seite beitragen und damit das gesamtgesellschaftliche Wohl unterstützen. Im Zusammenspiel mit Innovationspolitik und dem Rechtsschutz immaterieller Güter liefert eine solch optimale Wettbewerbspolitik Anreize zur Entwicklung von neuen Ideen und Technologien ohne den Zugang für Dritte unverhältnismäßig einzuschränken und somit ein Wettbewerbshemmnis darzustellen. Hier befasst sich die Gruppe zum einen mit den Anreizwirkungen von Recht und Rechtsdurchsetzung auf die strategische Verhaltensweise von Unternehmen, zum anderen evaluiert sie wettbewerbspolitische Institutionen und Regeln im Kontext innovationsökonomischer und -politischer Anforderungen.

Die Gruppe bedient sich einem breiten Spektrum im ökonomischen Werkzeugkasten und wendet theoretische und empirische Methoden gleichermaßen an. Es liegt im Selbstverständnis der Gruppe, dass politische Beratungstätigkeit aus der wissenschaftlichen Arbeit heraus entsteht. Die Gruppe bringt sich mit evidenzbasierten und theoretisch fundierten Erkenntnissen in die wettbewerbspolitische Debatte ein. Gleichzeitig sind es relevante Fragestellungen und Probleme aus der Praxis, welche die wissenschaftliche Forschung vorantreiben. In diesem Sinne sieht sich die Nachwuchsforschungsgruppe als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politikberatung und sucht aktiv den Austausch mit der akademischen Gemeinschaft als auch mit wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern. Dieses Selbstverständnis spiegelt sich in der Publikationstätigkeit wider. Die Mitarbeiter der Gruppe publizieren sowohl in hochkarätigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie RAND Journal of Economics, Journal of Industrial Economics, Industrial and Corporate Change, und Journal of Law and Economics, aber auch in praxisorientierten Zeitschriften wie Antitrust Bulletin und Information Economics and Policy.

Die Nachwuchsforschungsgruppe "Wettbewerb und Innovation" fungiert als zentraler Ansprechpartner für Wettbewerbsfragen innerhalb des ZEW und bringt ihre Kompetenzen auch in bereichsübergreifenden Forschungsarbeiten und Studien ein. Besondere Bedeutung kommt der Kooperation mit den juristischen und volkswirtschaftlichen Abteilungen der Universität Mannheim im Rahmen des Mannheim Centre for Competition and Innovation (MaCCI) zu.

In diesem Projekt werden die Auswirkungen finanzieller Verflechtungen von Unternehmen auf Unternehmensstrategien im Produkt- und Technologiemarkt untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Minderheitsbeteiligungen sowohl Preis- als auch Nichtpreisstrategien beeinflussen und solche Eigentumsstrukturen den Wettbewerbsdruck durch ihre Wirkung auf Preisaufschläge und Innovation verändern. Das Projekt wurde in seiner Anfangsphase 2019 und 2020 vom internationalen Forschungsprogramm „Strengthening Efficiency and Competitiveness in the European Knowledge Economies“ (SEEK) am ZEW gefördert.

Der M&A-Report wird gemeinsam vom ZEW und Bureau van Dijk (BvD) erstellt. Er informiert halbjährlich über aktuelle Themen und Entwicklungen weltweiter Unternehmenszusammenschlüsse auf Basis der Zephyr-Datenbank.

Wir untersuchen die Auswirkungen von Preisaufschlägen (als Indikator für den Wettbewerbsdruck der Unternehmen bzw. dessen Mangel) auf Innovation, Produktivität und VerbraucherInnen. In einer Studie für die Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2020 zeigen wir, dass in Deutschland höhere Preisaufschläge mit geringerer Produktivität und Innovation auf Unternehmensebene verbunden sind. In einer Studie aus dem Jahr 2021 für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz dokumentieren wir, dass die Preisaufschläge auf Unternehmensebene in konsumrelevanten Branchen höher sind als in durchschnittlichen Branchen.

Die jüngste akademische und politische Debatte über die Ursachen der zunehmenden Marktkonzentration in vielen Branchen hat die Fusionskontrolle ins Rampenlicht gerückt: Ist sie zu lasch? Wir verwenden europäische Daten, um bestehende Methoden der Fusionsbewertung mit neuen, weniger datenintensiven Ansätzen zu vergleichen, um den Wettbewerbsbehörden ein erweitertes und verbessertes Instrumentarium für die Fusionsbewertung an die Hand zu geben. Ein solcher Aspekt der Fusionsbewertung sind die Auswirkungen von Fusionen auf die Innovation. Wir untersuchen, wie Unternehmen ihre Produktmarkt- und Innovationsstrategien nach einer Fusion anpassen. Wir interessieren uns insbesondere für die Auswirkungen auf produktivitätssteigernde F&E.

Das Mannheimer Datenschutz-Panel (Mannheim Privacy Policy Panel - MaPPP) enthält vierteljährliche Beobachtungen der Datenschutzbedingungen deutscher Unternehmen. Das Panel umfasst einen Zeitraum von 2012 bis 2021 und wird laufend aktualisiert; ab Januar 2022 auch um monatliche Beobachtungen erweitert. Das MaPPP deckt die jüngsten gesetzgeberischen und gerichtlichen Entwicklungen im Bereich des Datenschutzes und der Datenregulierung ab, wie z.B. die Allgemeine Datenschutzverordnung (DSGVO), die Schrems-Entscheidungen oder das Gesetz über digitale Märkte (DMA). Das MaPPP ermöglicht es Forschern, die Entwicklung der Datenschutzpolitik in Deutschland in den letzten zehn Jahren zu untersuchen, indem sie die Daten mit dem Mannheimer Unternehmenspanel (MUP) zusammenführen und dabei umfangreiche Informationen auf Unternehmensebene nutzen.

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