ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Inflationszahl

Kommentar

„Stagnation der Realeinkommen wird zum Normalfall“ (Mai 2026)

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann kommentiert die Entwicklung der deutschen Inflationsrate.

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate im Mai 2026 veröffentlicht. Die am deutschen Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate ist diesen Berechnungen zufolge von 2,9 auf 2,6 Prozent gefallen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:

„Der Tankrabatt hat die Inflationsrate deutlich gedämpft. Dennoch wäre eine Entwarnung verfrüht, weil jetzt die Zweitrundeneffekte einsetzen. Die Inflation dürfte deshalb die Lohnsteigerungen des Jahres vollkommen auffressen. Das Nullwachstum erreicht damit die Kaufkraft und führt auch dort zur Stagnation. Leider muss sich Deutschland wohl an die Stagnation der Realeinkommen als Normalfall gewöhnen. Ein Land im Reformstau kann keinen Zuwachs im Wohlstand mehr erreichen.“