ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Inflationszahl

Kommentar

„Inflation kurzfristig ziemlich genau da, wo sie sein sollte“ (Januar 2026)

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann kommentiert die Entwicklung der deutschen Inflationsrate.

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate im Januar 2026 veröffentlicht. Die am deutschen Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate ist diesen Berechnungen zufolge von 1,8 auf 2,1 Prozent gestiegen. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:

„Zum Jahresanfang sind die Preise wenig überraschend wieder etwas stärker gestiegen als im Dezember. Dennoch liegt die deutsche Inflationsrate aktuell fast genau da, wo sie sein sollte. Allerdings ist die moderate Inflationsdynamik auch Folge der schlechten Wirtschaftslage. Diese drückt auf die Preise. Und hinter der Gesamtzahl verbergen sich weniger erfreuliche Details. Die Inflation der Dienstleistungen von Pflege über Gesundheit bis zum Handwerk ist weiter kräftig. Alles spricht dafür, dass die Zeiten der Nullinflation für lange Zeit vorbei sind. Die Ansprüche an den Konsum in der alternden Gesellschaft übersteigen immer mehr die Produktionsmöglichkeiten. Das führt strukturell zum Inflationsdruck.“