ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Inflationszahl
Kommentar„Reformvorhaben der Regierung könnten die Inflation senken“ (Juni 2026)
Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate im Juni 2026 veröffentlicht. Die am deutschen Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate ist diesen Berechnungen zufolge von 2,6 auf 2,3 Prozent gefallen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Kurzfristig besteht wenig Aussicht für ein Absinken der Inflation unter zwei Prozent. Erstens läuft der Tankrabatt aus und lässt die Inflation um 0,2 Prozentpunkte steigen. Zweitens ist der Friedensschluss am Golf brüchig, sodass von der Straße von Hormus weitere Preisrisiken ausgehen. Drittens ist die Dienstleistungsinflation in Deutschland im Zuge stark steigender Arbeitskosten immer noch sehr kräftig. Wer über die Inflation klagt, sollte die Reformvorhaben der Regierung bei Rente, Krankenkasse und Pflege unterstützen. Nur wenn auf diesen Gebieten die Kosten sinken, kann der inflationäre Druck bei den Arbeitskosten nachlassen.“