ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Inflationszahl
Kommentar„Gescheiterte 12-Uhr-Regel konnte Inflation nicht bremsen“ (April 2026)
Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate im März 2026 veröffentlicht. Die am deutschen Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate ist diesen Berechnungen zufolge von 2,7 auf 2,9 Prozent angestiegen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Die hohen Öl-, Gas- und Benzinpreise treiben die Inflation weiter nach oben. Die 12-Uhr-Regel an den Tankstellen ist als Preisbremse gescheitert und konnte deshalb im April die Inflation nicht abbremsen. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht. Zweitrundeneffekte des Irankriegs haben sich in den letztverfügbaren Detailrechnungen für März noch nicht eingestellt. Die Lebensmittelpreise lagen im ersten Monat des Irankriegs mit 1,3 Prozent nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Je länger die Blockade von Hormuz andauert, desto wahrscheinlicher wird für Deutschland jedoch eine Verbreiterung des Inflationsprozesses. Dann wird es ungemütlich, auch für die Menschen, die kein Auto fahren.“