In diesem Paper wird untersucht, wie sich die Kreditklemme, die durch die Finanzkrise von 2007-2008 ausgelöst wurde, langfristig auf die Einkommen von Erwerbstätigen ausgewirkt hat. Dabei wird die Entwicklung der Beschäftigung sowie der Löhne in den neun Jahren nach Beginn der Finanzkrise anhand einer großen Stichprobe italienischer Arbeitnehmer/innen untersucht. Hier liegt ein einzigartiger administrativer Datensatz zugrunde, aus dem Banken-Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen hervorgehen. Dies wird genutzt, um einen firmenspezifischen Schock auf das Kreditangebot zu konstruieren und Firmen zu identifizieren, die aufgrund des krisenbedingten Zusammenbruchs des Interbankenmarkts von unerwartet Kreditbeschränkungen betroffen waren. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Arbeitnehmer/innen, die vor der Krise in einem von Kreditengpässen betroffenen Unternehmen tätig waren, große und anhaltende Einkommenseinbußen verzeichnet haben. Der Grund hierfür liegt insbesondere in einer dauerhaften Reduzierung der Arbeitstage. Diese Effekte sind in Bezug auf die Erwerbstätigen heterogen, wobei hochqualifizierte Arbeitnehmer/innen langfristig stärker betroffen waren. Im Fall einer Kreditklemme reagieren Firmen, die in Regionen mit günstigen Arbeitsmarktbedingungen ansässig sind, indem sie hochqualifizierte Arbeitskräfte horten und niedrigqualifizierte Arbeitnehmer/innen entlassen. Bei ungünstigen Arbeitsmarktbedingungen ziehen Unternehmen es jedoch vor, hochqualifizierte (und somit teurere) Arbeitskräfte zu entlassen, obwohl die Löhne auf den Einbruch regieren. Insgesamt weisen die Ergebnisse daher auf einen anhaltenden Effekt auf die Einkommensverteilung hin.

Rednerin

Efi Adamopoulou

Universität Mannheim

Termin

18.06.2020 | 14:00 - 15:15

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