Einzelpersonen können Informationen über die Folgen ihrer Handlungen vermeiden, um moralische Bedenken zu umgehen. Der Vortragende untersucht diese Frage im Zusammenhang mit dem Lebensmittelkonsum, wo sich die Entscheidung, Fleisch aus intensiver Landwirtschaft zu essen, negativ auf das Wohlergehen der Tiere auswirkt. Er führt ein vorregistriertes Experiment durch, um die Nachfrage der Verbraucher nach Informationen über intensive Landwirtschaft zu untersuchen und Labor- sowie Felddaten zu ermitteln, um abzuschätzen, wie sich solche Informationen auf den Fleischkonsum auswirken. Es wurde festgestellt, dass etwa 30 Prozent der Versuchspersonen Informationen über intensive Landwirtschaft meiden, wenn sie kostenfrei sind. Im Labor erhöhen Informationen die Wahrscheinlichkeit, sich für einen Gutschein für eine vegetarische Mahlzeit zu entscheiden, um etwa 11 Prozentpunkte. Dieser Effekt erstreckt sich auch auf das Konsumverhalten in den Universitätskantinen, wo Personen, die Informationen erhalten haben, mit höherer Wahrscheinlichkeit vegetarische Lebensmittel kaufen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verbraucher nachteilige Informationen über intensive Landwirtschaft vermeiden und dass das Nicht-Erhalten solcher Informationen zu einem höheren Fleischkonsum führt.

Redner

Raphael Epperson

Universität Mannheim

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Termin

18.08.2020 | 12:30 - 14:00

Veranstaltungsort

Online