Unternehmensgründungen werden insbesondere wegen ihres Beitrags zu Innovationen,Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen als bedeutsam für eine Volkswirtschaft angesehen. Junge Unternehmen haben jedoch auch eine hohe Wahrscheinlichkeit zu scheitern. Mit der Gründung von Unternehmen scheinen also hohe Kosten des Ausprobierens enthalten zu sein. Ein Ziel der Wirtschaftspolitik ist es daher, diese Kosten des Ausprobierens, ob man am Markt bestehen kann, zu reduzieren und Rahmenbedingungen zu schaffen, die jungen Unternehmen eine längere Lebensdauer ermöglichen. In diesem Papier wird untersucht, welchen Einfluss die Anzahl und die Zusammensetzung der in jungen Unternehmen involvierten Personen auf die Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Unternehmen hat. Als Basis für die Ableitung von Hypothesen wird die O-Ring-Theorie verwendet. Diese Theorie nimmt an, dass die durchschnittliche Fähigkeit der Individuen in einem Team die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Unternehmens erhöht, während ein zusätzliches Teammitglied die Überlebenswahrscheinlichkeit senkt. Weiterhin lässt sich aus dieser Theorie ableiten, dass ein höherer Grad an Homogenität in den Fähigkeiten der Teammitglieder und ein höherer Grad an Heterogenität in der fachlichen Ausbildung positiv für die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Unternehmens ist. Für die Analyse steht ein umfangreicher Datensatz zur Verfügung, der sämtliche Unternehmen, die 1998 in Dänemark gegründet wurden, sowie alle in diesen Unternehmen beschäftigten Individuen umfasst. Die Analysen in diesem Papier zeigen, dass sowohl das durchschnittliche Fähigkeitsniveau in einem Team als auch die Teamgröße einen positiven Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Dabei ist es insbesondere wichtig, überhaupt im Team zu gründen.Der Grad der Homogenität hinsichtlich der Fähigkeiten und der Grad der Heterogenität hinsichtlich der fachlichen Ausbildung der Teammitglieder haben hingegen keinen Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit. Junge Unternehmen können also dadurch unterstützt werden, dass man dafür Sorge trägt, dass mehrere Personen an der Gründung beteiligt sind, und dass die durchschnittliche Fähigkeit dieser Personen so hoch wie möglich ist. Die beteiligten Personen müssen aber nicht unbedingt aus unterschiedlichen Fachrichtungen kommen und dasselbe Fähigkeitsniveau haben.

Müller, Bettina (2009), Ability Matching and Survival of Start-Ups, ZEW Discussion Paper No. 09-041, Mannheim. Download

Schlagworte

entrepreneurship, firm survival, O-ring theory, start-ups