Die Digitalisierung wird als wichtigste Entwicklung der Wirtschaft seit der industriellen Revolution bezeichnet. Die Gestaltung und Nutzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für digitale Geschäftsmodelle haben daher eine hohe Relevanz. Aktuelle Studien belegen internationale Diskrepanzen hinsichtlich zentraler Standortfaktoren für Innovation und Digitalisierung. Die steuerlichen Rahmenbedingungen sind ein wichtiger Standortfaktor und tragen zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen auf den extrem internationalisierten Märkten der digitalen Wirtschaft bei.

Das Ziel des Projekts ist es daher, die Änderungen der steuerlich relevanten Standortbedingungen für digitale Geschäftsmodelle zur im Vorjahr erstmalig entwickelten Benchmarktstudie 2017 zu vergleichen.

Basierend auf einer Analyse verschiedener digitaler Geschäftsmodelle anhand ihrer betriebswirtschaftlichen Kernelemente werden relevante steuerliche Faktoren (Bemessungsgrundlage, Steuersätze, Besteuerung grenzüberschreitender Transaktionen) herausgearbeitet. Diese fließen dann in die Berechnung eines steuerlichen Effektivmaßes ein. Dabei wird auf die Methodik von Devereux und Griffith (1999, 2003) zurückgegriffen.

Anhand der Kennzahlen der Kapitalkosten und des effektiven Durchschnittssteuersatzes in Abhängigkeit der Standortwahl und des Geschäftsmodells können Aussagen hinsichtlich der Vorteilhaftigkeit von Investitionen in digitale Geschäftsmodelle sowie der relativen Standortattraktivität einzelner Länder abgeleitet werden. Unternehmerische Investitionsentscheidungen und steuerliche Vorschriften für digitale Geschäftsmodelle können somit anhand eines objektiven Bewertungsmaßstabs abgewogen werden.

Für Unternehmen und Politik sind entsprechende Erkenntnisse von besonderer Relevanz, da die Ansiedlung von wertschöpfenden Funktionen und Personal digitaler Geschäftsmodelle eine hohe Mobilität aufweist und internationale Märkte ohne bedeutende physische Präsenz im Marktstaat bedient werden können.