ZEW-Ökonom Holger Stichnoth diskutiert in Brüssel über die Zukunft der sozialen Sicherung

Prof. Dr. Holger Stichnoth hält seine Rede über die Zukunft der sozialen Sicherung in Brüssel.

Wie lassen sich soziale Sicherungssysteme angesichts wachsender Anforderungen und unter Druck geratender Finanzierungsgrundlagen zukunftsfest gestalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, an der Prof. Dr. Holger Stichnoth, Leiter der ZEW-Forschungsgruppe „Ungleichheit und Verteilungspolitik“, am 9. September 2026 in der Ständigen Vertretung Irlands bei der Europäischen Union in Brüssel teilnahm. Die Veranstaltung bildete zugleich den Auftakt zur Vorstellung eines gemeinsamen Berichts der Europäischen Union und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über die Finanzierung sozialer Sicherungssysteme.

In der Diskussion „Changing Needs, New Risks and Eroding Tax Bases: How to Square the Circle?“ sprach Stichnoth über die Herausforderungen, die sich aus einem wachsenden und zugleich veränderten Bedarf an sozialer Absicherung ergeben. Neben den finanziellen Folgen des demografischen Wandels standen neue Risiken im Fokus, darunter der Klimawandel sowie mögliche Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt.  

„Die Abgabenlast auf reguläre Arbeit ist insbesondere in Deutschland hoch. Durch eine entschlossenere Bekämpfung der Schwarzarbeit ließe sich die Last auf mehr Schultern verteilen. Das ist nicht nur eine Finanzierungs-, sondern auch eine Gerechtigkeitsfrage“, betonte Stichnoth dabei.

International renommiertes Podium

Prof. Dr. Holger Stichnoth, Pasi Moisio und Jekaterina Navickė diskutieren über die Sicherung sozialer Investitionen trotz Finanzdruck.

Weitere Impulse kamen von Pasi Moisio, Leiter der Welfare State Research Unit am Finnischen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt, sowie Jekaterina Navickė, Beraterin des litauischen Ministers für soziale Sicherheit und Arbeit sowie außerordentliche Professorin an der Universität Vilnius. Moderiert wurde die Diskussion von Benjamin Angel, Direktor in der Generaldirektion Steuern und Zollunion der Europäischen Kommission.

Sie diskutierten, wie zusätzliche Einnahmequellen erschlossen, die Finanzierung sozialer Sicherung auf eine breitere Grundlage gestellt und wichtige soziale Investitionen trotz zunehmenden fiskalischen Drucks erhalten werden können.