Analyse von Spillover-Effekten klimapolitischer Maßnahmen im Verkehrssektor mittels struktureller ökonometrischer und Gleichgewichtsmodelle

Analyse von Spillover-Effekten klimapolitischer Maßnahmen im Verkehrssektor mittels struktureller ökonometrischer und Gleichgewichtsmodelle

Der Verkehrssektor verursacht 20% der globalen Treibhausgasemissionen. Zur Emissionsminderung wurden verschiedene verkehrsbezogene Klimapolitiken eingeführt, die oft auf bestimmte Märkte oder Regionen beschränkt sind. Während ihre direkten Effekte gut erforscht sind, bleiben die indirekten Auswirkungen, sogenannte Spillover-Effekte, oft unbeachtet. Spillover-Effekte entstehen, wenn politische Maßnahmen relative Preise, Angebot oder Nachfrage in eng verwandten (vor- oder nachgelagerten) Märkten oder Nachbarregionen, die nicht direkt reguliert werden, beeinflussen. Maßnahmen zur Förderung der Einführung von Elektrofahrzeugen (EV), wie Subventionen und Emissionsstandards, können bspw. Spillover-Effekte verursachen. Diese Maßnahmen wirken sich direkt auf die Kosten und das Angebot von Elektrofahrzeugen aus und können damit das Mobilitätsverhalten verändern und zu längeren Pendelstrecken oder veränderter Wohnortwahl führen. Verkehrspolitische Maßnahmen können aber auch räumliche Spillover-Effekte verursachen. Autofreie Zonen erhöhen beispielsweise die Attraktivität gewisser Nachbarschaften, verlagern den Verkehr jedoch in nahe gelegene Gebiete. Werden Spillover-Effekte bei der Bewertung von Politiken ignoriert, können die Auswirkungen politischer Maßnahmen auf Emissionen und Wohlstand unter- oder überschätzt werden, was zu suboptimaler Politikgestaltung führen kann.

ECLIPSE untersucht daher folgende Forschungsfragen: Wie wirken sich Spillover-Effekte verkehrsbezogener Klimapolitik auf Konsumentenwohlfahrt und Treibhausgasemissionen aus? Wie sollten Politiken zur Dekarbonisierung der städtischen Mobilität und des motorisierten Individualverkehrs gestaltet werden, um Spillover-Effekte zu berücksichtigen? Wir verwenden strukturelle simulationsbasierte Gleichgewichtsmodelle, die sich hervorragend eignen, um die Spillover-Effekte verkehrsbezogener Klimapolitik über Märkte und Regionen hinweg zu untersuchen. Die Methode erlaubt es uns politikrelevante Erkenntnisse abzuleiten, die es Entscheidungsträgern ermöglichen, Klimapolitiken im Verkehrssektor unter Berücksichtigung von Spillover-Effekten effizienter zu gestalten.

Projektteam

Anna Straubinger

Anna Straubinger

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Advanced Researcher

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