Die Veränderung der Geografie von Emissionen und Produktion durch Industriepolitik in Europa

Die Veränderung der Geografie von Emissionen und Produktion durch Industriepolitik in Europa

Die letzten Jahre waren durch sich überschneidende Krisen geprägt: die Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise und zunehmende geopolitische Spannungen sowie die eskalierende Klimakrise. Die Politik reagiert darauf mit industriepolitischen Maßnahmen, die sich mit der Klimapolitik überschneiden und interagieren. Industriepolitische Maßnahmen wirken sich nicht nur auf das Produktionsniveau und die Emissionen in einem einzelnen Land aus, sondern auch auf deren Verteilung zwischen Ländern. In einem Umfeld wie der Europäischen Union, in dem CO2-Emissionen gedeckelt sind und in einem einzigen Emissionshandelssystem gehandelt werden, besteht für die Mitgliedsstaaten ein Anreiz, ihre eigene Industrie strategisch zu unterstützen und die Last der Emissionsreduzierung auf andere Mitgliedsstaaten zu verlagern. Die Industriepolitik eines einzelnen Landes, die sich auf den Energieverbrauch einzelner Unternehmen auswirkt (z. B. eine Energiesteuerbefreiung), hat direkte Auswirkungen auf den Wettbewerb innerhalb der EU. Sie könnte sich aber auch auf die Kohlenstoffpreise im Emissionshandelssystem auswirken und damit auf andere EU-Mitglieder und Sektoren übergreifen, die nicht direkt von der Industriepolitik betroffen sind. Einzelne industriepolitische Maßnahmen beeinflussen daher die Geografie von Produktion und Emissionen in der EU sowohl auf direktem als auch auf indirektem Wege. Wir gehen der Frage nach, wie die Industriepolitik die geografische Verteilung von Emissionen und Produktion in Europa ex post beeinflusst hat. Zu diesem Zweck kombinieren wir strukturelle Modellierung mit empirischer Analyse.