Nach Jahren der intensiven Debatte zwischen Arbeitsmarktforschern, dem Bundesministerium für Arbeit (BMA, jetzt BMWA) und der Bundesanstalt für Arbeit (BA) hat sich jetzt eine Chance zum verbesserten Datenzugang für Arbeitsmarktforscher ergeben, die es zu nutzen gilt. Darin waren sich die Teilnehmer des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) initiierten und bezuschussten Rundgesprächs über Individualdaten zum Arbeitsmarkt weitgehend einig. Zum Rundgespräch hatte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) renommierte empirische Arbeitsmarktforscher als Datennutzer, Vertreter der BA, des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) als Datenproduzenten bzw. -verwalter sowie Vertreter verschiedener Bundesministerien als Genehmigungsbehörden und Auftraggeber für empirische Studien am 10./11. Oktober 2002 nach Mannheim eingeladen. Organisatoren der Konferenz waren PD Dr. Alexander Spermann, Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D., und Prof. Dr. Wolfgang Franz.

Das DFG-Rundgespräch hat gezeigt, dass der Erkenntnisgewinn durch empirische Arbeitsmarktstudien auf der Basis von Individualdaten durch eine gemeinsame Anstrengung von Datenproduzenten, Datennutzern und Bundesministerien deutlich gesteigert werden kann. Inzwischen sind die Genehmigungswege kurz, viele grundsätzliche Datenschutzprobleme sind gelöst und konkrete Schritte hin zu einem Forschungsdatenzentrum in der BA wurden unternommen. Als Engpass wurden die knappen personellen Ressourcen und die Verfügbarkeit fachspezifischer Analysesoftware bei einzelnen Datenproduzenten identifiziert - ein Problem, das sich bei verstärkter Nutzung der Individualdaten verschärfen würde, jedoch durch die Einstellung zusätzlichen Personals und die Anschaffung von Software lösbar erscheint. Dann hätte die Forschung über Arbeitsmarktfragen en passant einige qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

<HTML>Referate:</HTML>
Gerd Ronning (Universität Tübingen und IAW Tübingen): Anonymisierung von Mikrodaten aus dem Unternehmensbereich

Joachim Wagner (Universität Lüneburg): Erfahrung der Nutzung der zu Panels verknüpften Daten aus den Erhebungen der amtlichen Statistik in Industriebetrieben

Holger Meinken (Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg): Das Beschäftigtenpanel der BA

Stefan Bender (IAB, Nürnberg): Der Linked Employer Employee Datensatz des IAB

Reinhard Hujer (Universität Frankfurt am Main): Arbeitsnachfrage und technisch-organisatorischer Wandel: Empirische Analysen mit dem IAB-Betriebspanel

Bernd Fitzenberger (Universität Mannheim und ZEW): Vergleich der Verdienststruktur in Westdeutschland zwischen der IAB-Beschäftigtenstichprobe und der Lohn- und Gehaltsstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes

Michael Lechner (Hochschule St. Gallen): Datensituation in der Schweiz im Hinblick auf Evaluation der Arbeitsmarktpolitik

Christoph M. Schmidt (RWI und Universität Bochum): Verwendung prozedural erzeugter Individualdaten für die Evaluation von arbeitsmarktpolitischen Eingriffen

Hilmar Schneider (IZA, Bonn): Zur Lage der Arbeitsmarktstatistik

<HTML>Rundgespräch: "Perspektiven des Zugangs zu Individualdaten des Arbeitsmarktes"</HTML>
Moderation: Bernd Fitzenberger

<HTML>Einleitungsstatements:</HTML>
1. Anliegen der Wissenschaft: Bernd Fitzenberger, Universität Mannheim und ZEW

2. Möglichkeiten der Bereitstellung von Individualdaten: Stefan Bender, IAB, Nürnberg

<HTML>Schlusswort:</HTML>Alexander Spermann (ZEW)

Termin

10.10.2002 - 11.10.2002

Veranstaltungsort

ZEW, L 7,1 D-68161 MannheimUniversität Mannheim