Europas Stärke liegt in Offenheit und verlässlichen Partnerschaften
KommentarZEW-Präsident Achim Wambach zu einer assoziierten EU-Mitgliedschaft Kanadas
In der Rede zur Lage der Union schlug EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch vor, Kanada als assoziiertes Mitglied enger an die EU zu binden.
Dazu sagt ZEW-Präsident Prof. Dr. h. c. Achim Wambach, PhD:
„Die Rede von Ursula von der Leyen setzt an einem wichtigen Punkt an: Europa muss in einer geopolitisch unsichereren Welt seine wirtschaftlichen Beziehungen diversifizieren und zugleich seine eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken. Der Vorschlag, Kanada enger an die Europäische Union anzubinden und die Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, Energie, Verteidigung und Zukunftstechnologien auszubauen, weist deshalb in die richtige Richtung. Gerade Kanada bietet bei Rohstoffen und Energie Möglichkeiten, kritische Abhängigkeiten zu reduzieren. Europas Stärke liegt in Offenheit und verlässlichen Partnerschaften.
Allerdings existiert mit CETA bereits ein weitreichendes EU-Handelsabkommen mit Kanada, das noch immer nicht vollständig ratifiziert ist. Neue institutionelle Formate wie eine assoziierte Mitgliedschaft sollten deshalb daran gemessen werden, ob sie tatsächlich Handelshemmnisse beseitigen, Investitionen erleichtern und Unternehmen Zugang zu größeren Märkten verschaffen. Gleichzeitig sollte Europa diese Offenheit nach außen auch mit einem weiteren Abbau von Handelshemmnissen innerhalb des EU-Binnenmarktes verbinden.“