#ZEWLive zum Jahresgutachten 2026 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)

Die EFI-Kommission übergibt das diesjährige Gutachten an die Bundesregierung. V.l.: Guido Bünstorf, Joachim Henkel, Forschungsministerin Dorothee Bär, EFI-Vorsitzende Irene Bertschek, Bundeskanzler Friedrich Merz, stv. EFI-Vorsitzende Carolin Häussler, Christoph M. Schmidt und Friederike Welter.

Vor rund 200 Zuschauenden stellte Prof. Dr. Irene Bertschek, Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung sowie Leiterin des Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“ am ZEW Mannheim, zentrale Ergebnisse und Empfehlungen des aktuellen EFI-Jahresgutachtens vor.

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In der digitalen Reihe #ZEWLive lag der Fokus ihres Vortrags besonders auf den Themen Hightech Agenda Deutschland (HTAD) sowie Innovationen im Mittelstand. Die EFI-Empfehlungen wurden im anschließenden Dialog mit dem Wissenschaftsjournalisten Dr. Jan-Martin Wiarda weiter erörtert. Die gesamte Veranstaltung ist hier als Video verfügbar.

Hightech Agenda Deutschland

Bertschek befürwortete, dass sich die HTAD auf die Schlüsseltechnologien Künstliche Intelligenz (KI), Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie sowie Technologien für klimaneutrale Energieerzeugung und Mobilität fokussiert. Allerdings weisen Analysen der EFI auf Schwächen in der Entwicklung und praktischen Anwendung von Schlüsseltechnologien hin. Bertschek empfahl deshalb, die Diffusion von Schlüsseltechnologien in der Breite systematisch zu erfassen und die HTAD aktiv für eine Mobilisierung von Wirtschaft und Wissenschaft zu nutzen.

Der Erfolg der HTAD hänge nicht allein vom Handeln der Bundesregierung ab. Entscheidend sei auch das Engagement der Akteure im deutschen Innovationssystem. Darüber hinaus gelte es, gesellschaftliche Akzeptanz und Offenheit gegenüber neuen Technologien zu stärken, erklärte Bertschek.

Innovationen im Mittelstand

Da Mittelständler den Großteil der Unternehmen in Deutschland ausmachen, ist deren Innovationstätigkeit für die Innovationslandschaft in Deutschland maßgeblich. Unter Berücksichtigung von Eigenschaften wie Unternehmensgröße oder Branchenzugehörigkeit gelang es mittelständischen Unternehmen im Zeitraum 2005 bis 2023 häufiger als vergleichbaren nicht-mittelständischen Unternehmen, Produkt- oder Prozessinnovationen einzuführen, erläuterte Bertschek.

Ihre Innovationsfähigkeit komme jedoch angesichts von Hemmnissen wie Fachkräftemangel oder Bürokratie nur eingeschränkt zur Entfaltung. Für eine Stärkung der Innovationskraft müssten Maßnahmen zur Innovationsförderung, zum Abbau bürokratischer Belastungen und zur Fachkräftesicherung umgesetzt werden, so Bertschek.

EFI-Gutachten 2026

Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) leistet seit 2008 wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung. Prof. Dr. Irene Bertschek vom ZEW Mannheim ist seit 2019 Mitglied der EFI, seit 2025 ist sie Vorsitzende des sechsköpfigen Gremiums.

2026 stellt die Kommission folgende aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in den Fokus:

  • Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland
  • Sicherheitsrelevante Forschung und Innovation
  • Europäische Forschungs- und Innovationspolitik
  • 28. Regime für den europäischen Binnenmarkt

Zudem werden folgende Kernthemen behandelt:

  • Innovation im Mittelstand
  • Wettbewerb und Innovation im deutschen Hochschulsystem
  • Entwicklungen und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in Deutschland und Europa

Weitere Informationen

Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2026

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