ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zu Entlastungsmaßnahmen
Kommentar„Spritpreis-Ausgleich statt Spritpreisbremse“
Vor dem Hintergrund erneut stark gestiegener Benzinpreise und kürzlich in Aussicht gestellter Entlastungsmaßnahmen wird derzeit über mögliche staatliche Reaktionen diskutiert. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Die Regierung sollte den Fehler des Tankrabatts aus dem Frühjahr nicht wiederholen. Ein heruntersubventionierter Spritpreis ist zu teuer und zu wenig zielgenau. Jetzt sollte endlich der lange versprochene Direktauszahlungsmechanismus genutzt werden. Die Finanzämter haben alle Daten zur Höhe des Einkommens und den beruflich bedingten Pendelstrecken über die Kilometerpauschale. Eine recht simple Regel wäre kostengünstig und zielgenau: Jeder Arbeitnehmer, der mehr als X Kilometer pendelt und weniger als Y Euro im letzten Jahr versteuert hat, bekommt eine nach Entfernung gestaffelte Pauschalzahlung direkt auf das Konto. Diese Lösung wäre nicht nur zielgenau und preiswert. Sie würde auch die Anreize unverändert lassen, Benzin und Diesel durch Fahrgemeinschaften und Homeoffice einzusparen.“