ZEW-Ökonomin Sandra Gottschalk zu Beschäftigungszahlen junger Unternehmen
Kommentar„Beschäftigung bei Industriegründungen auf Tiefstand“
Das IAB/ZEW-Gründungspanel zeigt Veränderungen bei den durch Unternehmensgründungen entstandenen Arbeitsplätzen. Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ am ZEW Mannheim und Autorin des IAB/ZEW-Gründungspanels, erklärt dazu:
„Durch Unternehmensgründungen wurden im Jahr 2024 im Dienstleistungssektor und im Handel 353.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Erfreulich ist auch der Anstieg der Beschäftigung im Baugewerbe um 4 Prozent auf rund 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Verarbeitenden Gewerbe sinkt die Anzahl der Beschäftigten bei der jüngsten Gründungskohorte allerdings deutlich um 12 Prozent. Der negative Trend in der Industrie setzt sich fort: Die Gründungen beschäftigten nur knapp 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ein neuer Negativrekord. Auch die Entwicklung in wissensintensiven Branchen ist besorgniserregend: In der Branche der technologieintensiven Dienstleistungen und Softwareentwicklung entstanden durch Neugründungen 21.000 Arbeitsplätze, was einem Rückgang von 9 Prozent gegenüber 2023 entspricht. In den forschungsintensiven Branchen des Verarbeitenden Gewerbes sank die durch Neugründungen geschaffene Anzahl der Beschäftigten im Jahr 2024 sogar um 38 Prozent auf nur noch 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“