Zukunftsorientierte Ansätze für eine nachhaltige Finanzpolitik

Konferenzen

ZEW Public Finance-Konferenz 2026

Roel Beetsma von der Universität Amsterdam sprach in seiner Keynote auf der Public Finance-Konferenz 2026 über Fiskalregeln und unabhängige Fiskalräte.

Das ZEW Mannheim veranstaltete am 11. und 12. Mai 2026 die jährliche ZEW Public Finance-Konferenz, die durch den Arbeitskreis für Europäische Integration e.V. gefördert wurde. Die Konferenz brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie politische Entscheidungsträgerinnen und -träger aus dem In- und Ausland in Mannheim zusammen, um aktuelle Herausforderungen der öffentlichen Finanzen und der politischen Ökonomie zu diskutieren. Das Fokusthema bildete in diesem Jahr zukunftsorientierte Ansätze in der Finanzpolitik.

Zum Konferenzstart präsentierte Roel Beetsma (Universität Amsterdam, Niederlande) eine Keynote, welche sich mit der Rolle und Wirksamkeit von Fiskalregeln sowie unabhängigen Fiskalräten auseinandersetzte. Auf Grundlage eines theoretischen Modells analysierte er deren Beitrag zur Verringerung primärer Haushaltsdefizite und zur Verbesserung fiskalischer Prognosen.

Unter der Moderation von Friedrich Heinemann sprachen Jana Birke-Belschner, Philippa Sigl-Glöckner und Martin Weber über nachhaltige Finanzpolitik und demografische Herausforderungen.

Im Rahmen eines Policy Roundtables zur zukunftsorientierten Politik, moderiert von Friedrich Heinemann (ZEW), diskutierten die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer Jana Birke-Belschner (University Bergen, Norwegen), Philippa Sigl-Glöckner (Dezernat Zukunft) und Martin Weber (Europäischer Rechnungshof) unter anderem die Repräsentation jüngerer Generationen im Kontext des demographischen Wandels der Wählerschaft, die Ausgestaltung und Durchsetzung von Fiskalregeln sowie praktische Erfahrungen mit der Umsetzung zukunftsorientierter Finanzpolitik im EU-Haushalt aus Sicht des Europäischen Rechnungshofs.

Alessia Russo beleuchtet am zweiten Tag die Herausforderungen nachhaltiger Alterssicherung und die notwendige Balance zwischen Finanzen und politischer Machbarkeit.

Am zweiten Konferenztag hielt Alessia Russo (Universität Padua, Italien) eine Keynote zum Thema nachhaltige Sozialversicherungssysteme, deren Bedeutung angesichts des demographischen Wandels weiter zunimmt. Im Zentrum ihres Vortrags stand die Frage, wie Sozialstaaten ausgestaltet werden müssen, um eine Balance zwischen fiskalischer Nachhaltigkeit und politischer Umsetzbarkeit im Bereich der staatlichen Alterssicherung zu erreichen.

Neben den Keynotes und Panels bot die Konferenz ein vielfältiges wissenschaftliches Programm mit rund 60 Präsentationen internationaler Forscherinnen und Forscher. Die behandelten Themen reichten von optimaler Besteuerung und der politischen Durchsetzbarkeit steuerlicher Maßnahmen über Investitionsentscheidungen und Immobilienmärkte bis hin zu Sozialpolitik und politischen Präferenzen. Die Beiträge zeichneten sich durch eine hohe methodische Qualität sowie Relevanz für aktuelle wirtschaftspolitische Debatten aus.

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