ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur EZB-Zinsentscheidung
Kommentar„Ein Zinsschritt vor der Sommerpause bleibt wahrscheinlich“ (April 2026)
Der EZB-Rat hat entschieden, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Prof. Dr. Friedrich, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Die EZB hat momentan noch gute Argumente für eine weiter abwartende Haltung. Noch sind in der Inflation außer dem Energiepreisschub keine nennenswerten Zweitrundeneffekte des Irankriegs sichtbar. Außerdem ist das Inflationsrisiko derzeit deutlich geringer als nach der Pandemie. Damals waren die Lieferketten global gestört. Dennoch ist zumindest ein Zinsschritt vor der Sommerpause realistisch. Spätestens wenn die Iran-Inflation die Lebensmittelpreise erreicht, muss die EZB beweisen, dass sie nicht wie 2021 den richtigen Zeitpunkt für erste Gegenmaßnahmen verpasst. Sie will nicht noch einmal den Eindruck erwecken, dass ihr die Finanzminister mit ihrem Wunsch nach niedrigen Zinsen wichtiger sind als die Verbraucher mit ihrer Sehnsucht nach stabilen Preisen.“