ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur EZB-Zinsentscheidung

Kommentar

„Im Herbst kann es ungemütlich bei der Euro-Inflation werden“ (Juli 2026)

Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“, zur EZB-Zinsentscheidung und europäischen Volkswirtschaft.

Der EZB-Rat hat entschieden, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:

„Weil die Lage im Iran-Krieg so unübersichtlich ist, war es jetzt richtig, abzuwarten. Je länger am Golf die Waffen sprechen, desto wahrscheinlicher ist jedoch eine weitere Zinserhöhung nach der Sommerpause. Hält die Hormuz-Blockade an, dann könnten neben den Ölpreisen zum Herbst auch noch die Gaspreise stark steigen. Anhaltende Lieferblockaden würden dann mit den zu niedrigen Füllständen der Gasspeicher in Europa zusammentreffen. Dann wird es bei der Euro-Inflationsrate im Herbst richtig ungemütlich. Kriege sind inflationär, besonders dann, wenn sie die Öl- und Gasversorgung beeinträchtigen.“