ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur EZB-Zinsentscheidung
Kommentar„Absehbarer Exit von Schnabel und Lagarde macht weitere Zinsschritte wahrscheinlicher“ (September 2026)
Der EZB-Rat hat entschieden, den Zins für die Einlagefazilität um 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Die enttäuschend hohe Inflationsrate der Eurozone hat dem EZB-Rat jetzt keine andere Wahl gelassen. Allerdings ist unklar, ob und wann die nächste Zinserhöhung folgt. Je robuster sich die Wirtschaftslage in den kommenden Monaten darstellt, desto wahrscheinlicher werden weitere Zinserhöhungen. Auch die beginnende Personaldiskussion um Christine Lagarde und Isabel Schnabel dürfte eher in Richtung Zinserhöhung deuten. Wenn diese beiden führenden Akteure im EZB-Rat vor dem Exit stehen, spricht das eher für eine harte Haltung. Beide wollen in die Geschichtsbücher der Eurozone nicht als Zentralbanker eingehen, welche einer neuen Inflationsphase den Weg bereitet haben.“