ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur EZB-Zinsentscheidung

Kommentar

„Die EZB bezieht Stellung für ein Stagflations-Szenario“ (Juni 2026)

Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“, zur EZB-Zinsentscheidung und europäischen Volkswirtschaft.

Die EZB erhöht den Einlagezins um 25 Basispunkte auf 2,25. Prof. Dr. Friedrich, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:

„Dass die EZB jetzt die Zinsen erhöht, ist nicht so selbstverständlich, wie das viele Kommentatoren darlegen. Zwar spricht die zu hohe Inflation dafür. Dagegen sprechen aber die enttäuschenden Wachstumszahlen vom ersten Quartal. Die Eurozone nähert sich damit dem Szenario einer Stagflation. Dass der EZB-Rat dennoch mit großer Einigkeit mit Zinserhöhungen beginnt, dürfte die Reputation der EZB stärken. Im Zielkonflikt zwischen Wachstumsbelebung und Preisstabilität bezieht der Rat klar Position für die Preisstabilität. Das ist zu loben.“