ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur EZB-Zinsentscheidung
Kommentar„Das Trauma von 2022 wirkt nach“ (März 2026)
Der EZB-Rat hat entschieden, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Prof. Dr. Friedrich, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim und Professor an der Universität Heidelberg, erklärt dazu:
„Die EZB ist durch den Irankrieg mit einer abrupten Veränderung im geldpolitischen Umfeld konfrontiert. Der Krieg hat kurzfristig die Energiepreise nach oben getrieben und könnte einen breiteren Inflationsschub auslösen. Die EZB hat beim letzten vergleichbaren Angebotsschock 2021/2022 zu lange abgewartet und dafür viel Kritik einstecken müssen. Der EZB-Rat wird diesen Fehler kein zweites Mal begehen wollen. Auch wenn heute noch kein Zinsschritt erfolgt ist, wird das Trauma von 2022 nachwirken und ein frühes Einschreiten gegen den Inflationsanstieg begünstigen. Die Wahrscheinlichkeit von bis zu zwei Zinsschritten vor der Sommerpause ist deshalb hoch.“