Mit Algorithmen zur fairen Vergabe von Kitaplätzen und mehr

Das erste Produkt des vom ZEW Mannheim gegründeten Start-ups ist die Softwarelösung KitaMatch, die algorithmusbasiert eine stabile Verteilung von Kitaplätzen ermittelt.

Das ZEW Mannheim hat das Unternehmen MatchingTools ausgegründet. Das erste Produkt des Start-ups ist die Softwarelösung KitaMatch, die bereits in mehreren deutschen Kommunen, wie Tübingen und Kaiserslautern, eingesetzt wird. Dabei wird algorithmusbasiert eine stabile Verteilung der Kitaplätze ermittelt, die die Vergabekriterien einhält. Gleichzeitig können Kitas auf Wunsch Einfluss auf die Platzangebote nehmen, wodurch die Trägerautonomie gewahrt wird. Grundlage der Vergabesoftware sind Erkenntnisse aus nobelpreisprämierter Matching-Forschung zur Theorie stabiler Verteilungen und der praktischen Gestaltung von Matching-Märkten. Unterstützt wird das Start-up vom Bundeswirtschaftsministerium sowie vom Europäischen Sozialfonds durch den EXIST Forschungstransfer.

„Ziel der MatchingTools GmbH ist es, komplexe und aufwändige Vergabeprozesse so zu gestalten, dass Verwaltungen entlastet werden und die Verteilung von Plätzen effizient, transparent und fair ist. Das können Betreuungsplätze sein, funktioniert aber auch für andere Matching-Märkte, wie beispielsweise die Schulplatz- oder Therapieplatzvergabe, deren Verteilung sich schwierig gestaltet“, sagt Dr. Gian Caspari, Geschäftsführer der MatchingTools GmbH und Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Marktdesign“.

ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD, betont: „MatchingTools ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Marktdesign den Weg in die Praxis finden. Dank der Start-up Förderung des Bundes erhalten wir die Möglichkeit, unsere Forschung markttauglich umzusetzen.“ 

Softwarelösungen für effiziente und faire Zuteilungsverfahren

Die MatchingTools GmbH ist eine Ausgründung aus dem ZEW Mannheim. Sie wird im Rahmen des Förderprogramms EXIST des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt und vom Europäischen Sozialfonds kofinanziert. In Zusammenarbeit mit führenden europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Bereich der Matchingmärkte entwickelt sie Softwarelösungen für effiziente, transparente und faire Zuteilungsverfahren in öffentlichen Märkten. Diese sollen Kommunen in ganz Deutschland dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.  Die Anwendungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Bereich Marktdesign und entstehen in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern.

KitaMatch für transparente und faire Kitaplatzvergabe

KitaMatch löst die zentralen Probleme der Kitaplatzvergabe.  Einerseits besitzen Kita-Träger eine gesetzlich verankerte Autonomie bei der Platzvergabe, andererseits müssen Kommunen ihre Vergabekriterien konsequent einhalten. KitaMatch bringt beide Anforderungen zusammen. Mithilfe international bewährter, kontextspezifischer Matching-Algorithmen kann die Kitaplatzvergabe so transparent, fair und zugleich praxistauglich koordiniert werden. Dabei werden Verwaltungen im Vergabeprozess entlastet und sparen teilweise Stellen ein. Anstelle von wochen- oder monatelanger Unsicherheit reduziert sich die Wartezeit für Eltern auf wenige Tage.

Das Verfahren ist so gestaltet, dass Kitas die Vorteile für ihre eigene Belegungssicherheit erkennen und sich freiwillig an der koordinierten Vergabe beteiligen. Kommunen gewinnen wiederum eine belastbare Grundlage, um Rechtsstreitigkeiten dank nachvollziehbarer Anwendung von Kriterien und lückenloser Dokumentation wirksam zu vermeiden. Eltern profitieren von deutlich schnelleren Zusagen.

Weitere Informationen unter www.matchingtools.de.