Bei den Unternehmen der Informationswirtschaft setzt sich die gute konjunkturelle Stimmung im zweiten Quartal 2014 fort. Dies zeigt der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft, der auf einem hohen Wert von 64,7 Punkten verharrt. Die Teilindikatoren für die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen in der Informationswirtschaft haben sich im zweiten Quartal 2014 wieder aufeinander zubewegt.

Stimmungsindikator Informationswirtschaft.

Der Teilindikator für die Geschäftslage gewinnt im Vergleich zum Vorquartal vier Punkte hinzu und erreicht einen Wert von jetzt 64,4 Punkten, während der Teilindikator für die Geschäftserwartungen 4,6 Punkte abgibt und sich auf einem Niveau von 65 Punkten stabilisiert. Damit bewegen sich beide Teilindikatoren deutlich über der 50-Punkte-Marke und signalisieren eine positive Grundstimmung in der Informationswirtschaft. In dieses Bild passt, dass nunmehr auch der Stimmungsindikator für die dritte Teilbranche der Informationswirtschaft, die Mediendienstleister, im zweiten Quartal 2014 die wichtige 50-Punkte-Marke übersprungen hat. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vom Juni 2014 unter den Unternehmen in der Informationswirtschaft.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. Der Stimmungsindikator für die IKT-Branche geht im Vergleich zum Vorquartal leicht um 1,2 Punkte auf einen Stand von 69,1 Punkten zurück. Damit weist er weiterhin ein positives konjunkturelles Klima für diese Teilbranche aus. Der Teilindikator für die Geschäftslage steigt auf einen Stand von 68,7 Punkten. Der Anstieg um 3,6 Punkte im Vergleich zum Vorquartal ist insbesondere auf die verbesserten Umsätze der Unternehmen zurückzuführen. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen verliert im Vergleich zum Vorquartal 6,3 Punkte, befindet sich mit 69,5 Punkten aber nach wie vor auf einem hohen Niveau.

Erstmals seit dem dritten Quartal 2013 übersteigt der Stimmungsindikator für die Mediendienstleister wieder die kritische 50-Punkte-Marke. Während der Stimmungsindikator in den letzten zwei Quartalen noch auf einem Wert von 49,7 Punkten verharrte, schafft er im zweiten Quartal 2014 den Sprung auf 54,3 Punkte. Sowohl der Teilindikator für die Geschäftslage als auch der Teilindikator für die Geschäftserwartungen entwickeln sich positiv und liegen mit 53,8 beziehungsweise 54,7 Punkten oberhalb der kritischen 50-Punkte-Marke. Demnach bewertet die Mehrzahl der Mediendienstleister die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen positiv.

Die positive konjunkturelle Stimmung hat sich bei den wissensintensiven Dienstleistern kaum verändert. Der Stimmungsindikator muss zwar 0,2 Punkte abgeben, verbleibt aber auf einem weiterhin hohen Niveau von 64 Punkten. Dabei werden die rückläufigen Geschäftserwartungen durch eine positive Entwicklung der Geschäftslage in etwa kompensiert. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen geht von 68,9 auf 64,1 Punkte zurück. Nach einem Anstieg um 4,1 Punkte erreicht der Teilindikator für die Geschäftslage einen Stand von 63,8 Punkten.

Für Rückfragen zum Inhalt

Daniel Erdsiek, Telefon: 0621/1235-356, E-Mail erdsiek@zew.de

 

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung „Anteil der Unternehmen“ reflektiert somit den „Umsatzanteil der Unternehmen“.

Stimmungsindikatoren der Teilbranchen der Informationswirtschaft
Datum

22.07.2014

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