ZEW-Ökonom David Gstrein erhält Reinhard-Selten-Preis 2026
AuszeichnungenAuszeichnung des Vereins für Socialpolitik für Forschungsarbeit zur Besteuerung von Unternehmensvermögen
David Gstrein, Wissenschaftler im Forschungsbereich „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, wurde mit dem diesjährigen Reinhard-Selten-Preis des Vereins für Socialpolitik (VfS) ausgezeichnet. Der Preis würdigt seine Forschungsarbeit „Taxing Business Wealth or Profits? Evidence from German Wealth Taxation“. In dieser Untersuchung analysiert Gstrein die Auswirkungen der Besteuerung von Unternehmensvermögen auf Investitionen, Löhne und Unternehmensgründungen. Der mit 3.000 Euro dotierte Reinhard-Selten-Preis wird jährlich im Rahmen der Jahrestagung des VfS vergeben.
„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung mit dem Reinhard-Selten-Preis. Sie ist eine große Anerkennung für meine Forschungsarbeit und zugleich eine besondere Motivation, mich weiter mit der Frage zu beschäftigen, wie Steuern unternehmerische Entscheidungen beeinflussen. Gerade bei der Besteuerung von Unternehmen kommt es nicht nur auf die Höhe der Belastung an, sondern auch darauf, worauf eine Steuer erhoben wird“, erklärt David Gstrein.
Niedrigere Vermögensteuer erhöht Investitionen und Löhne
Die Ergebnisse der ausgezeichneten Untersuchung verdeutlichen, dass es für Investitionen, Löhne und die Zusammensetzung der Unternehmenslandschaft einen Unterschied macht, ob der Staat Vermögen oder Gewinne besteuert. Als die Gewerbekapitalsteuer 1998 abgeschafft wurde, fiel die Entlastung je nach Gemeinde unterschiedlich groß aus. Unternehmen, bei denen die Steuer um 0,1 Prozentpunkte stärker sank, erhöhten anschließend die Investitionen in Maschinen und Anlagen im Durchschnitt um fünf Prozent und die Löhne um 0,4 Prozent. Ein erheblicher Teil der Entlastung kam damit bei den Beschäftigten an. Besonders stark reagierten Unternehmen mit niedriger Profitabilität. Zugleich begünstigte die Steuersenkung den Markteintritt neuer Firmen. Aus den geschätzten Effekten leitet die Studie schließlich die Wohlfahrtskosten beider Steuern ab: Unter plausiblen Annahmen ist die Besteuerung von Gewinnen die effizientere Form der Steuererhebung, weil eine Steuer auf das Betriebsvermögen Investitionen direkt verzerrt und über niedrigere Löhne zu einem relevanten Teil von den Beschäftigten getragen wird.
Über den Reinhard-Selten-Preis
Der Verein für Socialpolitik (VfS) wurde 1873 gegründet und ist eine der größten Fachgesellschaften für Wirtschaftswissenschaften im deutschsprachigen Raum. Den Reinhard-Selten-Preis vergibt der VfS seit 2007 jährlich im Rahmen seiner Jahrestagung. Der Preis zeichnet Forschungsarbeiten aus, die sich insbesondere durch Originalität, die Bedeutung der Fragestellung und methodische Qualität hervorheben. Namensgeber ist der deutsche Ökonom und Nobelpreisträger Reinhard Selten, der grundlegende Beiträge zur Spieltheorie erarbeitet hatte.