Der Wissensaustausch zwischen Forschung und Wirtschaft stellt seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Schwerpunkt in der Innovationsforschung und -politik dar. Neue Entwicklungen etwa bei der Art und Weise, wie Technologien erzeugt, gemeinsam genutzt und bei neuen Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zum Einsatz kommen, rücken derzeit die Interaktion zwischen Wissenschaft und Industrie wieder in den Vordergrund. Die wichtigsten Triebkräfte hierbei sind das Aufkommen offener Innovationsmodelle, die zunehmende Internationalisierung von Innovationsprozessen, der Aufstieg digitaler Plattformen, neue Formen des Managements in der öffentlichen Forschung sowie die wachsende Bedeutung disruptiver Innovationen. Gleichzeitig lassen sich Wissensströme immer noch nur begrenzt messen, und es fehlt weiterhin an Indikatoren, die die aktuellen Entwicklungen bei der Interaktion zwischen Wissenschaft und Industrie aufzeigen. Der Innovationspolitik fällt es daher schwer, Änderungen aufzuzeichnen und auf diese zu reageren. Auf einer Konferenz in Berlin im Oktober 2019 kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und Politik zusammen, um diese Entwicklungen in den Blick zu nehmen und Möglichkeiten zu diskutieren, wie sich der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft besser messen lassen könnte. In diesem ZEW policy brief werden die wesentlichen Trends der Interaktion zwischen Forschung und Wirtschaft zusammengefasst, existierende Indikatoren vorgestellt und Möglichkeiten zur Verbesserung des bestehenden Indikatorensystems für die Wissensströme zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erörtert. Dadurch soll die Grundlage für eine bessere politische Entscheidungsfindung geschaffen werden.