Diese Studie betrachtet die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf private Haushalte Ende des Jahres 2020. • Insgesamt geben knapp ein Viertel der Haushalte in Deutschland an, während der Corona-Krise im Jahr 2020 Einkommensverluste erlitten zu haben. Bezieht man auch Vermögensverluste ein, erhöht sich der Anteil der von Verlusten betroffenen Haushalte auf knapp 34 Prozent. Die von Bund und Ländern angebotenen Unterstützungsmaßnahmen wurden von 9,2 Prozent der Haushalte in Anspruch genommen. Unter Haushalten mit finanziellen Verlusten ist die Inanspruchnahme sozialpolitischer Unterstützung mit knapp 19 Prozent höher und nimmt mit der Höhe der Verluste zu. Am weitesten verbreitet waren das Bonus-Kindergeld und Kurzarbeitergeld. Zudem haben viele Selbstständige Corona-Soforthilfen in Anspruch genommen. Jüngere Personen und Selbstständige wurden insgesamt eher von den Maßnahmen erreicht. Unter Haushalten, die keine Leistungen in Anspruch nahmen, gibt etwa jeder fünfte Haushalt an, Bedarf an Unterstützung gehabt zu haben. Alleinerziehende, geringfügig Beschäftigte und nicht oder nur gelegentlich erwerbstätige Personen gaben häufiger an, dass sie keine sozialpolitische Unterstützung im Rahmen der Corona-Maßnahmen in Anspruch genommen haben, obwohl sie Bedarf gehabt hätten. Häufig genannte Gründe für die Nicht-Inanspruchnahme trotz bestehenden Bedarfs sind Unklarheiten über die Berechtigung oder über die Wege zur Unterstützung, ein hoher bürokratischer Aufwand oder weil es den Betroffenen unangenehm war nach Unterstützungen zu fragen.

Aprea, Carmela, Tabea Bucher-Koenen, Marius Cziriak und Donya Gilan (2021), Finanzielle Verluste und sozialpolitische Unterstützung von Haushalten in der Corona-Krise, Eine Befragung der deutschen Erwerbsbevölkerung ab 30 Jahren während des zweiten Lockdowns im Dezember 2020 bis Januar 2021., ZEW-Kurzexpertise Nr. 21-14, Mannheim. Download