ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Inflationszahl Dezember 2022

Kommentar

„Rückkehr zur Preisstabilität für dieses Jahr unmöglich“

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate im Dezember 2022 veröffentlicht. Die am deutschen Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate ist  diesen Berechnungen zufolge von 10,0 Prozent im November auf 8,6 Prozent im Dezember gefallen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Der Rückgang der Inflation zum Jahresende wird maßgeblich von drei Faktoren getrieben. Die Gaspreisbremse hat die privaten Haushalte um die Dezember-Abschlagszahlung entlastet. Der niedrigere Ölpreis verringert die Sprit- und Heizölpreise. Außerdem hat die Aufwertung des Euro zu einer Verbilligung von Importen in die Eurozone geführt. Daher hat auch die EZB Anteil an diesem ersten kleinen Erfolg in der Inflationsbekämpfung. Denn durch ihre Zinserhöhungen hat die EZB die Erholung des Euro gegenüber dem Dollar begünstigt. Eine Rückkehr zur Preisstabilität bleibt trotzdem für dieses Jahr unmöglich. Die Inflation in Deutschland ist schon längst nicht mehr nur eine Inflation der Energiepreise, sondern hat fast alle Güter und Dienstleistungen erfasst. Und Instrumente wie die Gaspreisbremse lindern letztlich nur Symptome.“

Bisherige Kommentare zur Inflationszahl

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