Die US-amerikanische Notenbank Fed belässt die Leitzinsen weiterhin im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent. Allerdings hat sie angekündigt, dass es bald zu einer Verringerung der Wertpapierkäufe kommen könnte. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann kommentiert die Entscheidung der Notenbank Fed ihre Leitzinsen unverändert zu lassen.
Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“, zur Fed-Entscheidung und US-Volkswirtschaft.

„Für die Fed zeichnet sich jetzt die Exit-Strategie in ersten Konturen ab. Der Rückführung der Wertpapierkäufe im nächsten Jahr könnten 2023 erste vorsichtige Zinserhöhungen folgen. Nicht die aktuell sehr hohe Inflationsrate, sondern die steigenden mittelfristigen Inflationserwartungen sind ausschlaggebend dafür, dass die Fed nun den langen Weg der Normalisierung beginnen kann. Auf diesem Weg warten viele Risiken und mögliche Rückschläge. Der Konflikt im Kongress über die Anhebung der Verschuldungsgrenzen ist dabei kurzfristig eine besonders akute Gefahr. Sollte die US-Fiskalpolitik aufgrund einer politischen Blockade nicht halten können, was sie an Expansion verspricht, dann wird die Geldpolitik wieder in die Bresche springen müssen.“

Bisherige Kommentare

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat trotz des sehr starken Inflationsanstiegs auf 5,0 Prozent im Mai keine Änderungen ihrer Geldpolitik vorgenommen. Die Leitzinsen verbleiben weiterhin im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent. Ebenso wenig hat der Zentralbankrat der Fed eine Verringerung der Wertpapierkäufe beschlossen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Es sind im Kern zwei Argumente, mit denen die Fed die Fortsetzung ihres expansiven Kurses rechtfertigt. Erstens sei der starke aktuelle Inflationsdruck ein vorübergehendes Phänomen. Und zweitens müsse die Zentralbank auch ihrem neben der Preisstabilität gleichberechtigten Ziel gerecht werden und die US-Arbeitsmärkte bei ihrer Rückkehr zur Vollbeschäftigung unterstützen. Zumindest am ersten Argument sind angesichts markant gestiegener langfristiger Inflationserwartungen Zweifel angebracht. Es ist durchaus denkbar, dass der durch Sondereffekte geprägte kurzfristige Inflationsschub nur der Auftakt für eine dauerhaftere Inflationsdynamik ist. Fed und EZB betreiben derzeit ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Für die USA sind die Risiken für einen Kontrollverlust bei der Inflation aufgrund der für Friedenszeiten einmalig expansiven Fiskalpolitik sogar noch höher als für die Eurozone.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat keine Änderung an den Leitzinsen vorgenommen. Diese bleiben weiter im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent. Auch hat der Zentralbankrat der Fed trotz des Arbeitsmarkt-Aufschwungs noch keine Verlangsamung der Wertpapierkäufe beschlossen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Auch wenn der US-Arbeitsmarkt in den letzten Wochen aufgrund der rasanten Impffortschritte positiv überrascht hat, ist er aufgrund der massiven Pandemie-Verwerfungen immer noch deutlich von der Vollbeschäftigung entfernt. Für die Fed gibt es daher kurzfristig noch keinen Grund, die Anleihekäufe zurückzufahren. Ganz sicher wird Fed-Präsident Jerome Powell in den kommenden Monaten aber die Kommunikation anpassen müssen. Die US-Notenbank wird auf die Fiskalpolitik der Biden-Administration spätestens am Jahresende mit einem Abschmelzen der monatlichen Kaufvolumina reagieren müssen und sollte die Finanzmärkte in nächster Zeit verbal auf diesen Kurswechsel vorbereiten. Denn auf Dauer ist die aktuelle Kombination einer extrem lockeren Geldpolitik mit einer äußerst expansiven Fiskalpolitik ein zu gefährlicher Cocktail, der zu einer Überhitzung der US-Wirtschaft führen würde. Die damit verbundenen Risiken für die Preis- und Finanzstabilität kann die Fed nicht akzeptieren.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat trotz des Renditeanstiegs der US-Staatsanleihen keine Änderung an den Leitzinsen vorgenommen, die weiterhin im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent verbleiben. Auch hat der Zentralbankrat der Fed keine weiteren Lockerungen bei den Wertpapierkäufen beschlossen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Anders als in Europa sorgen der Erfolg der US-Impfkampagne und das eher überdimensionierte 1,9-Billionen-Konjunkturpaket dafür, dass die Geldpolitik sich jetzt zurücknehmen kann. Für die US-Ökonomie zeichnet sich für den Herbst sogar bereits eine Überhitzungsgefahr ab. Mit der Eindämmung der Pandemie wird die aufgestaute Konsumnachfrage der US-Verbraucher in einen Nachfrageboom münden. Wenn sich dazu die vollen Wirkungen des Konjunkturpakets entfalten, könnte es bei der Inflation rasch ungemütlich werden. Der Anstieg der Anleiherenditen ist jetzt eine natürliche Marktreaktion, die sogar helfen könnte, das US-Wachstum auf einen nachhaltigeren Pfad zu bringen. Die Fed tut daher gut daran, bei den Anleiherenditen nicht gegen den Markt zu intervenieren.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat keine Änderung an den Leitzinsen vorgenommen, die weiterhin im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent verbleiben. Auch hat der Zentralbankrat der Fed keine weiteren Lockerungen bei den Wertpapierkäufen beschlossen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

Mit dem vollzogenen Amtswechsel im Weißen Haus hat sich die Lage für die Fed durchgreifend verändert. Mit dem neuen Präsidenten und seiner Mehrheit im Kongress haben die USA wieder eine fiskalpolitisch handlungsfähige Regierung. Das geplante neue Corona-Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar wird die konjunkturelle Erholung unterstützen. Hinzu kommt, dass die Zeichen in den globalen Handelskonflikten jetzt auf Entspannung hindeuten. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass mit Janet Yellen die Vorgängerin von Jerome Powell an der Fed-Spitze das US-Finanzministerium übernimmt. Auch dies wird das Verhältnis zwischen Geld- und Fiskalpolitik stark verbessern. Im Grunde wirkt der Abgang von Donald Trump aus dem Weißen Haus für die US-Wirtschaft wie eine Zinssenkung. Die Fed muss nicht länger die Kastanien aus dem Feuer  holen und könnte bald sogar anfangen, den Ausstieg aus ihrer extrem expansiven Politik vorzubereiten.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat keine Änderungen ihrer Leitzinsen vorgenommen, die im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent verbleiben. Auch hat sie sich noch nicht zu einer weiteren Aufstockung des laufenden Wertpapierkaufprogramms durchgerungen. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Die Fed handelt besonnen und lässt sich von der anhaltenden Lähmung der US-Fiskalpolitik seit der Präsidentenwahl nicht unter Druck setzen. Das Signal ist: Zunächst ist der Kongress am Zug, um auf die erneute Corona-bedingte Verschlechterung am Arbeitsmarkt zu reagieren. Der Kontrast zur Europäischen Zentralbank ist bemerkenswert. Auch in Europa kommt die Fiskalpolitik nicht in die Gänge und hat die Aktivierung des EU-Coronaplans monatelang verschleppt. Die EZB sah sich aber anders als die Fed sofort gezwungen, die Wertpapierkäufe aufzustocken und bereits bis mindestens ins Frühjahr 2022 zu verlängern. Hier bleibt die Fed viel vorsichtiger. Die Botschaft ist, dass die US-Geldpolitik nicht in die Falle der ‚fiskalischen Dominanz‘ tappt.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat in ihrer jüngsten Entscheidung am 5. November 2020 trotz einer weiterhin sehr angespannten wirtschaftlichen Lage in den USA keine weiteren expansiven Maßnahmen beschlossen. Der Leitzins verbleibt im November 2020 zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Die Fed tut gut daran, mitten im Auszählungs- und Anfechtungskrimi um die US-Präsidentenwahl erst einmal weiter abzuwarten. Donald Trump und Joe Biden stehen auch für sehr verschiedene Modelle in der Fiskalpolitik. Biden dürfte fiskalpolitisch deutlich offensiver agieren als Trump und würde damit die Fed in ihrer Verantwortung für eine Konjunkturerholung von der Corona-Rezession entlasten. Wer der nächste Präsident der USA wird, ist hochgradig relevant für die Geldpolitik. Diese Entscheidung der Wähler und Gerichte muss daher erst zweifelsfrei gefallen sein, bevor die Fed ihrerseits neue geldpolitische Beschlüsse fassen kann.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat in ihrer jüngsten Entscheidung am 16. September 2020 trotz einer weiterhin sehr angespannten Lage am US-Arbeitsmarkt keine weiteren expansiven Maßnahmen beschlossen. Der Leitzins verbleibt im September 2020 zwischen 0,0 bis 0,25 Prozent.  Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Dass die Fed auf ihrer heutigen Sitzung keine weiteren expansiven Maßnahmen beschlossen hat, ist kein Widerspruch zu ihrer neuen geldpolitischen Strategie. Der Strategiewechsel sendet ein Signal aus zur zukünftigen Geldpolitik. Die Botschaft ist, dass die Zinsen auf Jahre sehr niedrig bleiben und das sogar dann, wenn die Inflationsrate deutlich anzieht. Die Fed hofft, dass diese Perspektive alleine schon eine expansive Wirkung hat. Hinzu kommt, dass sie neue geldpolitische Entscheidungen nun gerne auf die Zeit nach dem 3. November 2020 vertagt, um nicht den Präsidentschaftswahlkampf zu beeinflussen.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat ihre Leitzinsen erwartungsgemäß im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent belassen. Gleichzeitig setzt sie ihre massiven Wertpapierkäufe und ihre direkte Kreditvergabe an den Unternehmenssektor fort. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, kommentiert die Entscheidung.

„Die Fed fährt weiter auf Sicht. Die Erwartung auf eine rasche durchgreifende Erholung der US-Ökonomie hat sich mit den sehr hohen Covid-19-Infektionszahlen zerschlagen. Mit Recht macht sich die US-Notenbank keine Hoffnung, dass der schwache Dollar dem Land in dieser Phase nennenswert helfen kann. Weil der Welthandel am Boden liegt und der US-China-Handelskonflikt weiter eskaliert, kann die Abwertung des US-Dollar die US-Exporte nicht beflügeln. Allerdings hat die Fed noch viel Spielraum: Ihre Bilanzsumme liegt mit 32 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung weit unter der Bilanzsumme der EZB, die schon 53 Prozent des EU-BIP erreicht hat.“

Die US-Zentralbank Fed hat überraschend ihren Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf die Spanne von 1 bis 1,25 Prozent gesenkt. Mit diesem Schritt reagiert die Fed auf die Risiken, die mit dem Coronavirus für die amerikanische und globale Konjunktur verbunden sind. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu: 

„Dass die Fed jetzt reagiert, ist nachvollziehbar. Auch hat sie anders als die Europäische Zentralbank immer noch zinspolitischen Spielraum. Dennoch sind neue Zinssenkung eine schwache Medizin gegen das Konjunkturvirus. Das gilt insbesondere für Europa, wo eine nennenswerte Dosis in der Negativzinssituation nicht mehr verabreicht werden kann. Mehr und mehr ist jetzt die Fiskalpolitik gefragt. Gerade in Staaten wie Deutschland mit erheblichem fiskalischen Spielraum sollten nun rasch klug konstruierte Konjunkturpakete vorbereitet werden. Nicht nur Industrie und Dienstleister, auch der private Konsum benötigt in den Monaten der Viren-Panik wirksame ökonomische Unterstützung.“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat in ihrer jüngsten Entscheidung wie erwartet den Leitzins unverändert gelassen. Er verbleibt im Januar 2020 zwischen 1,5 Prozent und 1,75 Prozent. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Nach den drei Zinssenkungen im vergangenen Jahr schwenkt die Fed jetzt auf einen abwartenden Kurs ein. Die exzellente Arbeitsmarktlage und ein solides Wachstum bei wieder höherer Inflation geben vorerst keinen Anlass für eine weitere Zinssenkung. Im Präsidentschaftswahljahr zeigt sich wieder einmal, wie segensreich die Unabhängigkeit einer Zentralbank ist. US-Präsident Trump hätte für seinen Wahlkampf jetzt gerne ein heftiges, geldpolitisch erzeugtes Konjunktur-Strohfeuer. Jerome Powell und die Mehrheit im Offenmarktausschuss werden sich dieser Wahlkampfhilfe verweigern. Da wird es auch nichts nutzen, dass Trump nun zwei geldpolitische Tauben in das Gremium einschleusen will. Alle Erfahrung zeigt, dass politische Kandidaten schnell von den Kollegen in der Fed sozialisiert werden dürften.“

Datum

22.09.2021

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