ZEW-Erste Group Bank-Konjunkturindikator CEE: Konjunkturerwartungen für die CEE Region brechen ein – politische Unruhen in der Türkei ausschlaggebend

Konjunkturindikator CEE

Die Konjunkturerwartungen für die Region Mittel- und Osteuropa inklusive der Türkei (CEE-Region) sinken beträchtlich im Juni 2013. Der ZEW-Erste Group Bank-Konjunkturindikator CEE fällt um 20,9 Punkte und notiert nun bei 24,0 Punkten. Der Einbruch des Indikators ist größtenteils auf den starken Rückgang der Konjunkturerwartungen für die Türkei zurückzuführen. Getrieben durch die politischen Unruhen und die daraus resultierende Unsicherheit über die mittelfristige wirtschaftliche Entwicklung des Landes, fällt der entsprechende Indikator für die Türkei diesen Monat um 63,4 Punkte. Der ZEW-Erste Group Bank-Konjunkturindikator CEE spiegelt die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten für die CEE-Region auf Sicht von sechs Monaten wider. Er wird seit dem Jahr 2007 monatlich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, mit Unterstützung der Erste Group Bank, Wien, gemeinsam mit anderen Finanzmarktdaten erhoben.

Im Rahmen der aktuellen Sonderfrage wurden die Finanzmarktexperten nach den Gründen für ihre Erwartungen befragt: Diejenigen, die die wirtschaftlichen Perspektiven der CEE Region optimistisch beurteilen, weisen auf verbesserte Exportbedingungen hin, auf die Abwertung lokaler Währungen sowie die relativ geringen Arbeitskosten und die adäquate Geldpolitik der nationalen Zentralbanken. Das Lager der  Pessimisten befürchtet eine anhaltend geringe inländische Nachfrage,  zu hohe Arbeitslosigkeit und politische Risiken, wie etwa derzeit in der Türkei beobachtet.

Die Konjunkturerwartungen für den Euroraum bleiben im Juni beinahe unverändert nach einem marginalen Anstieg von 1,1 Punkten. Die Experten nennen die Stabilisierung des Wirtschaftswachstums in der Eurozone, insbesondere in Deutschland, als Grund für ihre Prognose.

Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in der CEE-Region sinkt in Juni um 19,1 Punkte auf ein Niveau von minus 12,4 Punkten. Der Indikator verzeichnet einen Rückgang, obwohl die Experten die aktuelle wirtschaftliche Situation in Ungarn und Polen deutlich besser bewerten als im Vormonat. Der Rückgang spiegelt vor allem die schlechte Beurteilung der wirtschaftlichen Lage in der Türkei wider. Der entsprechende Indikator für die Türkei ist um 26,8 Punkte auf 2,9 Punkte gesunken.

Für Rückfragen zum Inhalt

Zwetelina Iliewa, Telefon 0621/1235-346, E-Mail iliewa@zew.de

 

Ablauf der Umfrage und Methodologie

Der Finanzmarkttest CEE ist eine monatliche Umfrage unter Finanzmarktexperten, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, mit Unterstützung der Erste Group Bank AG, Wien, seit Juni 2007 durchführt. Ziel der Umfrage ist es, Indikatoren für das allgemeine Konjunkturklima für die Region Mittel- und Osteuropa (CEE) sowie Österreich zu entwickeln. Zur CEE-Region zählen Bulgarien, Kroatien, die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien und seit Oktober 2010 die Türkei.

Im Einzelnen werden die Finanzmarktexperten nach der Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage sowie nach ihren mittelfristigen Erwartungen für die entsprechenden Volkswirtschaften befragt sowie nach ihrer Einschätzung hinsichtlich der Entwicklung der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse auf Sicht von sechs Monaten. Die Experten geben bei ihren Antworten qualitative Tendenzeinschätzungen bezüglich der Veränderungsrichtung ab. Detaillierte Ergebnisse zu den einzelnen mittel- und osteuropäischen Staaten sowie zu Österreich enthält der "Financial Market Report CEE", der künftig vierteljährlich erscheint.