Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hellt sich weiter auf. Die Unternehmen des Wirtschaftszweigs erwarten für das erste Quartal 2010 eine insgesamt positive Entwicklung und auch die aktuelle Geschäftslage wird mittlerweile deutlich besser bewertet als noch Mitte des Jahres 2009.

Dies zeigt eine Konjunkturumfrage, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im Dezember 2009 im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).

Die Ergebnisse der Umfrage von ZEW und Creditreform fließen in den ZEW-Indikator Dienstleister der Informationsgesellschaft (ZEW-IDI) ein, ein Stimmungsbarometer für die wirtschaftliche Situation in diesem Wirtschaftszweig. Der ZEW-IDI steigt im vierten Quartal 2009 auf 58,6 Punkte und liegt damit deutlich über dem kritischen Wert von 50 Punkten. Dies bedeutet, dass sich die konjunkturelle Stimmung im Vergleich zum Vorquartal weiter aufgehellt hat. Trotz eines Rückgangs um 0,3 Punkte auf nunmehr 61,8 Punkte liegt auch der Teilindikator des ZEW-IDI, der die Geschäftserwartungen fürs erste Quartal 2010 wiedergibt, weiterhin deutlich über der wichtigen 50 Punkte-Grenze. "Der nur minimale Rückgang der Geschäftserwartungen im Vergleich zum Vorquartal macht deutlich, dass die Geschäftserwartungen der Unternehmen für das erste Quartal 2010 stabil auf gleich gutem Niveau sind", erklärt Miruna Sarbu, Wissenschaftlerin am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim. Verbessert hat sich der Teilindikator des ZEW-IDI für die aktuelle Geschäftslage. Er liegt mit 55,5 Punkten erstmals seit dem vierten Quartal 2008 wieder über der 50 Punkte-Marke. Dies zeigt, dass die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage wieder optimistischer bewerten.

Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft umfasst sowohl die IKT-Dienstleister als auch die wissensintensiven Dienstleister. Bei den IKT-Dienstleistern, die Softwareunternehmen, IT-Dienste, IKT-Händler und Telekommunikationsdienstleister einschließen, hat sich die aktuelle Stimmung im vierten Quartal 2009 etwas eingetrübt. Der Stimmungsindikator für diese Teilbranche ist mit 53,2 Punkten um fünf Punkte gesunken. Dennoch signalisiert auch dieser Wert weiterhin eine Verbesserung der konjunkturellen Lage gegenüber dem Vorquartal. Der Optimismus der wissensintensiven Dienstleister, zu denen unter anderem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberatungen, Architekten und Werbefirmen gehören, ist etwas stärker ausgeprägt als bei den IKT-Dienstleistern. Der Stimmungsindikator für diese Teilbranche liegt im vierten Quartal 2009 bei 55,3 Punkten.

Die wirtschaftliche Situation in den einzelnen Teilbranchen der Dienstleister der Informationsgesellschaft stellt sich wie folgt dar: Die wirtschaftliche Lage der Softwareunternehmen und IT-Dienste hat sich im vierten Quartal 2009 verbessert. Die Unternehmen berichten von einer Umsatzsteigerung und erwarten eine Zunahme bei den Beschäftigten im ersten Quartal 2010. Die Teilbranche der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer berichtet von steigenden Umsätzen und steigender Nachfrage im vierten Quartal 2009 und erwartet dies auch für das erste Quartal 2010. Die konjunkturelle Lage der technischen Berater und Planer hat sich im vierten Quartal 2009 ebenfalls verbessert. Die Mehrheit der Unternehmen meldet steigende Umsätze ebenso wie stabile Preise und eine stabile Nachfrage. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Teilbranche Forschung und Entwicklung. Die Unternehmen dieser Teilbranche berichten im vierten Quartal 2009 von steigenden Umsätzen und erwarten diese auch im ersten Quartal 2010. Allerdings meldet der Großteil der Unternehmen gleichzeitig einen Rückgang des Ertrags im vierten Quartal 2009. Die Unternehmensberater, die Architekten und die Werbebranche bewerten ihre wirtschaftliche Lage als stabil. Während die Unternehmensberater von unverändertem Umsatz und stabilen Preisen berichten, meldet die Werbebranche fürs vierte Quartal 2009 eine stabile Nachfrage und erwartet eine steigende Nachfrage im ersten Quartal 2010. Die wirtschaftliche Lage der IKT-Händler ist im vierten Quartal 2009 gespalten. Ein beachtlicher Anteil der Unternehmen berichtet von steigenden Umsätzen und ein ebenso großer Anteil von sinkenden Umsätzen. Eine Ausnahme bilden bei der Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage die Telekommunikationsdienstleister. Sie bewerten diese eher pessimistisch. Die Mehrheit der Werbefirmen berichtet von sinkenden Umsätzen, erwartet jedoch für das erste Quartal 2010 wieder steigende Umsätze und Erträge.

Der ZEW-IDI

Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI bietet die ZEW-Dokumentation Nr. 03-09.

Die Konjunkturumfrage von ZEW/Creditreform

An der vierteljährlichen Umfrage beteiligen sich jeweils rund 900 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Software und IT-Dienste, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

Für Rückfragen zum Inhalt

Miruna Sarbu, Telefon: 0621/1235-334, E-Mail: sarbu@zew.de

Datum

14.01.2010

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