Angesichts weltweit steigender Defizite und Schuldenstände öffentlicher Haushalte nahm die Bedeutung von Fiskalregeln drastisch zu. In diesem Projekt tragen wir zu einer kleinen Literatur bei, die sich der Evaluierung von Fiskalregeln in Bezug auf ihre budgetären und ökonomischen Konsequenzen unter Nutzung quasi-experimenteller Methoden annahm. Dazu nutzen wir eine Reform einer Fiskalregel für italienische Gemeinden und untersuchen mögliche umverteilende Wirkungen dieser Regel. Die Einführung eines neuen Bevölkerungsschwellwertes, über dem die Fiskalregel für entsprechende Gemeinden wirksam wird, erlaubt die Anwendung eines sogenannten Differenzen-in-Diskontinuitäts Ansatzes. Zudem verfügen italienische Gemeinden über signifikante Steuerautonomie und können unter anderem selbstständig über Aufschläge für die Einkommenssteuersätze unterschiedlicher Einkommensklassen bestimmen. Dadurch können wir die heterogene Wirkung der Fiskalregel für verschiedene Bereiche der Einkommensverteilung untersuchen. Vorläufige Ergebnisse legen nahe, dass Gemeinden für die Einhaltung der Fiskalregel vorrangig Steuern für Haushalte mit mittleren und hohen Einkommen anheben. Mögliche Hintergründe dieser Ergebnisse wie etwa polit-ökonomische Faktoren werden im Laufe des Projekts beleuchtet.