Die COVID-19-Pandemie verdeutlicht anschaulich die anhaltend wichtige Rolle des Biotechnologie-Sektors für den medizinischen Fortschritt. So zeigt sich insbesondere der deutsche Biotechnologie-Sektor als Vorreiter in der Bekämpfung des Virus und ist stark beteiligt an der Entwicklung von Testverfahren, Therapeutika und Impfstoffen. Jedoch haben die Entdeckungen innerhalb der  Biotechnologie auch unabhängig der Pandemie eine große Bedeutung. Die im letzten Jahrzehnt entwickelte CRISPR-Cas-Technologie vereinfacht beispielsweise die gezielte Mutation von Erbgut enorm und hat unter anderem das Potenzial Züchtungsprozesse von Tieren und Pflanzen signifikant zu beschleunigen.

Ziel dieses Projekts war, das Wissen über die Gestaltung der bisher im Biotechnologie-Sektor verwendeten innovationspolitischen Instrumente zu vertiefen, um so die Förderung der Innovationsfähigkeit und des Wachstums von Biotechnologie-Unternehmen zu verbessern. Der Fokus unserer Arbeit lag hierbei auf der in einer Vielzahl von Ländern angewendeten räumlichen Clusterförderung. Die häufige Anwendung dieser Förderung ergibt sich insbesondere aus den vermeintlichen Vorteilen räumlicher Nähe: (i) Soll der formelle und informelle Wissensaustausch zwischen Cluster-Mitgliedern durch sie verstärkt werden, (ii) sollen die Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens von Cluster-Mitgliedern zunehmen und (iii) sollen vorliegende Ressourcen einfacher gemeinsam genutzt werden können.

Während die meisten theoretischen Argumente zur Clusterförderung bereits seit den 1920ern bekannt sind, befindet sich die empirische Untersuchung der relativen Bedeutung der verschiedenen Vorteile räumlicher Cluster noch in der Entwicklung. Auch ist die bisherige empirische Forschung zur Wirkung der Clusterförderung nicht eindeutig und ihre Ergebnisse unterscheiden sich je nach betrachtetem Land. Um unser Verständnis über die verschiedenen Vorteile der Clusterförderung zu vertiefen, führten wir zum einen eine Online-Umfrage von deutschen und österreichischen Biotechnologie-Unternehmen durch. Mit dieser beurteilten wir, inwieweit die Mitgliedschaft in einem Biotechnologie-Cluster und die damit einhergehenden unterschiedlichen Arten von Unterstützung mit verschiedene Innovationsaktivitäten von Unternehmen in Verbindung stehen. Des Weiteren sollte eine Regressionsanalyse quantifizieren, inwiefern sich verschiedene deutsche Clusterinitiativen auf die ökonomische und innovative Entwicklung von Biotechnologie-Unternehmen auswirken.

Die Visualisierung der Tätigkeitsfelder von Biotechnologie-Unternehmen nach Clustermitgliedschaft finden Sie hier.

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