#ZEWPodcast: Mit Innovationskraft durch die Krise und 30 Jahre MIP

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Prof. Dr. Bettina Peters und Dr. Christian Rammer zu Gast im ZEW-Podcast

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene Mannheimer Innovationspanel (MIP) feiert 2023 stolz sein 30-jähriges Bestehen. Zugleich wurde in den letzten Monaten viel über den Standort Deutschland, seine Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft diskutiert. Im neuen ZEW-Podcast teilen Prof. Dr. Bettina Peters und Dr. Christian Rammer, die stellvertretenden Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“, ihre Einblicke über den Innovationsstandort Deutschland und seine Perspektiven mit dem Podcast-Host Bastian Thüne. Zusätzlich verraten sie, was die Arbeit am MIP auch nach vielen Jahren noch spannend macht.

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Aufgrund der vielfältigen Einblicke, die das MIP in die Innovationstätigkeit von Unternehmen gewährt, wurde es diesen Sommer als erstes Panel überhaupt mit dem Preis der Schumpeter School ausgezeichnet. Wie es dazu kam, erklärt Christian Rammer: „Das Ziel war damals, einen Panel-Datensatz aufzubauen, um nicht nur über Innovationsaktivitäten in der deutschen Wirtschaft Statistik zu führen, sondern eben auch einen Datensatz zu haben, mit dem man wissenschaftliche Analysen durchführen und auch die Wirtschafts- und Innovationspolitik beraten kann.“ Die Auswertungen werden anhand verschiedener Indikatoren, wie Produkteinführungen, Patente und Prozessentwicklungen, vorgenommen mithilfe eines Datensatzes von über zehn Millionen Unternehmen.

Nutzen für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Die Datenerhebungen des MIP dienen nicht nur Wissenschaft und Politik, sondern sind auch für Unternehmen von Relevanz. Untersucht werden unter anderem die Quantifizierung der Beschäftigungseffekte von Innovationen und Produkt- sowie Prozessinnovationen.

Auch technische Innovationen wie künstliche Intelligenz (KI) werden untersucht. In Bezug auf Beschäftigung befürchtet Bettina Peters keine negativen Konsequenzen. Die Daten zeigen eher das Gegenteil: „Die Unternehmen, die Methoden der künstlichen Intelligenz in die Entwicklung neuer Produkte einsetzen, haben ein ganz starkes Beschäftigungswachstum. Signifikant stärker als Unternehmen, die das eben nicht tun.“

Innovationen helfen aus Krisen heraus

Zur derzeitigen Krisenstimmung gibt ihr Kollege ebenfalls Entwarnung: „Diese Standortdiskussion kommt immer dann, wenn es wirtschaftlich bergab geht. Allerdings gibt es diese Probleme auch anderswo und die Vergangenheit hat immer gezeigt, dass man mithilfe von Innovationen immer wieder aus diesen Situationen herauskommt.“ Nach 30 Jahren Beobachtung zeigt sich auch hier der Nutzen von Innovationen: „Wenn es bergab ging, ging es danach auch wieder bergauf, und die, die innovationsfähig sind, kommen in der Regel besser aus so einer schwierigen Situation heraus.“

Sowohl Bettina Peters als auch Christian Rammer arbeiten schon seit vielen Jahren am MIP mit. Warum es auch nach 30 Jahren noch interessant ist, das MIP zu forschen, erzählt Bettina Peters: „Also zunächst mal sind Innovationen ja per Definition etwas Neues. Und von daher ist es immer wieder spannend zu sehen, wie es Unternehmen gelingt, etwas Neues auf den Markt zu bringen oder wie es ihnen gelingt, neue Produktionsprozesse zu entwickeln. Das MIP liefert einen einmaligen Datensatz, der es eben auch erlaubt, die Fragestellungen zu untersuchen, wie sich Unternehmen über einen langen Zeitraum auch in ihrem Innovationsverhalten positionieren. Und das MIP an sich selber entwickelt sich ja auch weiter.“