Produktivität und Arbeitszufriedenheit steigern

Die Arbeitsproduktivität in OECD Ländern und insbesondere in Deutschland stagniert. Darunter leidet die Wettbewerbsfähigkeit und, auf lange Sicht, die Nachhaltigkeit sozialer Sicherungssysteme. Moderne Managementpraktiken bieten die Möglichkeit, die Produktivität zu steigern, aber viele Unternehmen scheuen sich davor, ihre Arbeitsabläufe, Entlohnungstrukturen, Trainingsmaßnahmen, Einstellungsprozesse und Staffingmaßnahmen zu ändern. Oftmals wird befürchtet, dass die Einführung von Praktiken auf Widerstand von Arbeitnehmenden und Mitbestimmungsinstitutionen trifft. Die Herausforderung ist, bewährte Praktiken einzusetzen, die nachweislich Effizienz steigern und die Arbeitszufriedenheit und das Wohlergehen von Arbeitnehmenden steigern. Wir bieten Unternehmen an, Managementmaßnahmen unter wissenschaftlichen Bedingungen zu testen und zu evaluieren.

Aktuelle Projekte

NBER WORKING PAPER 25920, JUNE 2019

Mitarbeiterempfehlungsprogramme effektiv einsetzen und Erfolge messen

Die Einführung eines sogenannten Mitarbeiterempfehlungsprogramms (ERP) wurde in einer Lebensmittelkette mit 10,000 Angestellten untersucht, in einem Feldexperiment mit mehreren Behandlungsgruppen. Der größte Effekt liegt in der gestiegenen Wertschätzung der Mitarbeiter durch die Unternehmensleitung.

Höhere Empfehlungsprämien führten zu mehr Empfehlungen, aber auch zu einer geringeren Qualität der Einstellungen. Die Gesamtwirkung des ERP ist beträchtlich, obwohl sein Anteil an allen Einstellungen relativ gering ist. Die Fluktuation sinkt um 15 %, was zu einer erheblichen Senkung der Personalkosten führt. Dies ist hauptsächlich auf indirekte Effekte zurückzuführen: Die Mitarbeiter in den „behandelten” Supermärkten bleiben länger als in Supermärkten, in denen es kein ERP gab. Die Mitarbeiter schätzen es, in die Einstellung von Kollegen einbezogen zu werden und sich vom Unternehmen respektiert zu fühlen.

AMERICAN ECONOMIC REVIEW VOL. 107, NO. 8, AUGUST 2017

Teamanreize wirksam gestalten und Motivation steigern

Boni für erfolgreiche Teamarbeit steigern die Moral der Mitarbeiter und den Umsatz des Unternehmens; letzteres mit bis zu 7%. Dies gilt insbesondere dann, wenn Mitarbeiterin Sektoren sind, in denen sie niedrige Löhne beziehen. Bereits die Aussicht auf ein geringfügig höheres Gehalt kann sich motivierend auf die Mitarbeiter auswirken. Das Team sollte aber nicht zu groß sein, um Trittbrettfahrerverhalten zu minimieren. In Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung wurden Boni in 100 Filialen einer Bäckereikette eingeführt. Teams konnten bis zu 10% mehr Gehalt bekommen, wenn sie regelmäßig bestimmte Verkaufsziele übertrafen. Die Effekte können präzise gemessen werden, weil die Forscher eine Kontrollgruppe von 100 Filialen nutzten, in denen die Teams keine Leistungsprämien erhielten.

MANAGEMENT SCIENCE VOL. 68, NO. 1, 22 February 2021

Manager gezielt einsetzen und Fluktuation senken

In einem randomisierten Feldexperiment forderte der CEO einer großen Einzelhandelskette zufällig ausgewählte Filialleiter auf, „alles zu tun“, um die Kündigungsrate ihrer Mitarbeitenden zu senken. In diesenFilialen sank die Kündigungsrate um rund 20–25 Prozent verglichen mit einer Kontrollguppe. Der Effekt hielt neun Monate an, flaute ab und kehrte nach einer Erinnerung zurück. Der Umsatz blieb unverändert. Die Daten zeigen, dass Filialleiter in der Behandlungsgruppe mehr Zeit in Personalmanagement und weniger in Kundenservice investieren. Damit wird deutlich, dass mittlere Führungskräfte Personalfluktuation wirksam reduzieren können, dabei aber in einem begrenzten Ressourcenrahmen zwischen Aufgaben abwägen müssen. 

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Prof. Guido Friebel

Prof. Guido Friebel

Research Associate

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