Der Irankrieg und die wirtschaftlichen Konsequenzen für Deutschland
ZEW policy brief Nr. 26-04 // 2026Seit Anfang März 2026 hat der Krieg zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten massiv verschärft und für steigende Ölpreise gesorgt. Diese Eskalation erhöht die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa, insbesondere durch steigende Energiepreise und erhöhte Unsicherheit an den Finanz- und Rohstoffmärkten. Für Deutschland ist diese Entwicklung besonders relevant, da die Volkswirtschaft stark energieabhängig ist. Für die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs sind insbesondere dessen Dauer und Intensität entscheidend. Über die Kriegslänge und die wirtschaftlichen Konsequenzen für Deutschland wurden Finanzmarktexpertinnen und -experten im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests im März befragt. Die Befragten sind sich über den weiteren Verlauf uneinig. Sie sind jedoch skeptisch, dass es zu einer schnellen Auflösung des Konflikts kommen wird. Je nach Szenario unterscheidet sich die erwartete Entwicklung der Ölpreise erheblich und somit auch die Konsequenzen für die Preisentwicklung und das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Unter der Annahme, dass der Krieg innerhalb eines Monats endet, sind die Auswirkung auf die deutsche Wirtschaft begrenzt. Im Gegensatz dazu erwarten die Befragten einen deutlichen Anstieg der Inflation und einen starken Wachstumsrückgang bei einer längeren Kriegsdauer. Höhere Energiepreise für Unternehmen und Haushalte erweisen sich dabei als wichtigste Bremse des Wachstums.
Pavlova, Lora, Anna-Lena Herforth und Lukas Hack (2026), Der Irankrieg und die wirtschaftlichen Konsequenzen für Deutschland, ZEW policy brief Nr. 26-04, Mannheim