Turbulence Ahead: Effective and Efficient Climate Policy in Aviation
ZEW policy brief Nr. 26-02 // 2026Die Dekarbonisierung des Luftverkehrs stellt eine erhebliche Herausforderung dar und erfordert entschlossene politische Maßnahmen sowie starke Anreize für den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF). Derzeit kommen sowohl marktbasierte als auch regulative Instrumente zum Einsatz – etwa das europäische Emissionshandelssystem (EU ETS), die EU-weite SAF-Quote und das internationale Kompensationssystem CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation). Eine neue ZEW-Studie zeigt: Die Marktstruktur und der Wettbewerbsgrad haben entscheidenden Einfluss auf die Kosteneffektivität klimapolitischer Instrumente. Unter Bedingungen des vollkommenen Wettbewerbs sind CO2-Steuern ein kosteneffektiver Weg, um Emissionen zu mindern. Haben Fluggesellschaften jedoch Marktmacht, sind SAF-Quoten vorteilhafter, da sie die Nachfrage stabilisieren und zugleich den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe fördern. Die klimapolitischen Maßnahmen der EU im Luftverkehrssektor sind geeignet, um Emissionen zu reduzieren. Ihre globale Wirkung bleibt jedoch begrenzt. Das stark steigende Passagieraufkommen treibt die Kosten für die Erreichung eines Netto-Null-Emissionswachstums erheblich und unterstreicht, dass internationale Maßnahmen sowie regulatorische Anreize für den Einsatz von SAF unverzichtbar sind. Sollten die im Rahmen von CORSIA verwendeten Offsetting-Zertifikate keine echten Emissionseinsparungen bewirken, besteht die Gefahr, dass die Abhängigkeit von fossilen Flugkraftstoffen fortgeschrieben und die Dekarbonisierung des Luftverkehrs verzögert wird.
Rausch, Sebastian, Anna Straubinger und Mirko Hornung (2026), Turbulence Ahead: Effective and Efficient Climate Policy in Aviation, ZEW policy brief Nr. 26-02, Mannheim