Zukunftsquote: Wie zukunftsgerichtet sind Europas Staatshaushalte?
#ZEWPodcast // 2026#ZEWPodcast Zukunftsquote: Wie zukunftsgerichtet sind Europas Staatshaushalte?
Deutschland und andere EU-Staaten machen derzeit Schulden in Rekordhöhe – doch wie viel davon kommt tatsächlich den nachfolgenden Generationen zugute? Dieser Frage geht die neue „Zukunftsquote“ des ZEW Mannheim nach – ein Indikator, der erstmals den Anteil der öffentlichen Ausgaben in wirkliche Zukunftsvorsorge misst. In der aktuellen Background-Ausgabe von „ZEW Wirklich Wirtschaft“ erläutert Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft“, das Konzept und die Ergebnisse der Zukunftsquote.
Heinemann erklärt, warum herkömmliche Indikatoren wie die Investitionsquote nicht ausreichen: Beton allein sei noch keine Zukunftspolitik. Stattdessen berücksichtigt die Zukunftsquote ein breites Verständnis von „Kapital“ – neben Sachkapital auch Humankapital (Bildung), technologisches Wissen (Forschung und Entwicklung) sowie Naturkapital (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen). Nicht als Zukunftsausgaben gewertet werden dagegen vor allem Sozialtransfers und Zinszahlungen auf Staatsschulden, da deren Nutzen überwiegend in der Gegenwart liegt und sie künftige Spielräume eher einengen.