Diese empirische Arbeit untersucht die Domizilierungsentscheidung in der Investmentfondsindustrie. Der verstärkte Wettbewerb unter Fondsgesellschaften in der EU hat Anreize zur Verlagerung von Unternehmensaktivitäten gebracht, so dass Fonds in Finanzzentren domiziliert werden, die die günstigsten Rahmenbedingungen bieten.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entscheidung, wo ein OGAW-Fonds aufgelegt wird, in erster Linie von fondsspezifischen Rechtsvorschriften, Bedingungen im Genehmigungsprozess und der Ausprägung des Netzwerks von Experten im Cluster abhängt. Im Gegensatz dazu spielen traditionelle Kostenfaktoren wie Registrierungskosten, steuerliche Belastung und Arbeitskosten eine untergeordnete Rolle. Weitere wichtige Implikationen der Arbeit sind, dass Fondsgesellschaften ihre Präferenzen bezüglich der Domizilierungsentscheidung in sehr ähnlicher Weise sortieren und diese Ähnlichkeit mit der eingeschätzten Wichtigkeit der Determinante zunimmt. Dies untermauert zudem die Aussagekraft der Ergebnisse. Darüber hinaus betonen die Ergebnisse, dass trotz eigentlich einheitlicher rechtlichen Bedingungen für OGAWFonds, in der Praxis Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedsländern vorherrschen (beispielsweise Beziehung zwischen Akteuren der Fondsgesellschaft und Finanzaufsicht). Luxemburg bleibt der Gewinner bei fast allen betrachteten Determinanten, so dass die Divergenz im Standort zwischen Produktion und Absatz durch deutliche Gründe weiterhin motiviert ist.

Autoren

Lang, Gunnar
Schäfer, Henry

Schlagworte

Mutual Funds, Business Location Decision, Financial Regulation, Networks in Capital Markets