Die Analyse hat zum Ziel, Unterschiede im Übertragungsweg geldpolitischer Impulse zwischen Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion aufzuzeigen und zu analysieren, ob sich daraus Erkenntnisse für unterschiedliche Geschwindigkeit und Stärke der Übertragung geldpolitischer Impulse ableiten lassen. Dabei wird eine spezielle Perspektive zugrundegelegt: Es werden schwerpunktmäßig solche Länder analysiert, die für die Exportwirtschaft des Bundeslandes Baden-Württemberg von besonderer Bedeutung sind.

Hintergrund dieser Fragestellung ist die besondere Struktur der baden-württembergischen Ausfuhren: Stärker als in den anderen Bundesländern sind die Ausfuhren Baden-Württembergs auf langlebige Konumgüter (Kraftfahrzeuge), Investitionsgüter (Maschinenbauerzeugnisse, elektrotechnische Erzeugnisse) und Vorleistungen (chemische Erzeugnisse) konzentriert. Darüber hinaus kommt den Exporten in Baden-Württemberg insgesamt eine stärkere Bedeutung als im Durchschnitt der übrigen Bundesländer zu. Für die Nachfrage nach diesen Gütergruppen kann angenommen werden, dass sie in stärkerem Maße als z. B. die Nachfrage nach kürzerlebigen Konsumgütern vom Zinsniveau abhängt. Zinspolitischen Impulsen der europäischen Zentralbank kommt damit besondere Bedeutung für die Exportwirtschaft dieses Bundeslandes zu.

Die Untersuchung hat folgenden Aufbau: In einem einführenden Abschnitt wird zunächst die besondere Situation der Exportwirtschaft Baden-Württembergs herausgear-beitet. Diese Analyse konstituiert das Länderspektrum, das im folgenden zweiten Hauptteil hinsichtlich der Charakteristika des geldpolitischen Transmissionsweges un-tersucht wird. Den dritten Hauptteil der Untersuchung bildet eine empirische Analyse der Zinsabhängigkeit der baden-württembergischen Ausfuhren in den wichtigsten Gü-tergruppen. Im abschließenden Fazit wird ein Resümee bezüglich der Auswirkungen zinspolitischer Impulse auf die Exportwirtschaft Baden-Württembergs gezogen.