Der Beitrag beschreibt die Lohnpolitik in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung und präsentiert empirische Evidenz für die Hypothese, dass überhöhte Tarifabschlüsse das aus dem Westen übernommene Flächentarifvertragssystem geschwächt haben. Hierfür sprechen der abnehmende Organisationsgrad von Arbeitgebern und Gewerkschaften sowie Drift zwischen Tariflöhnen und effektiven Löhnen. Schätzungen eines strukturellen Modells individueller Lohnzuwächse bei Nominallohn- und Tariflohnrigiditäten auf Basis der IAB-Beschäftigtenstichprobe bestätigen, dass die Lohnflexibilität in Ostdeutschland gewachsen ist. Für Lohnverhandlungen auf Betriebsebene charakteristische Nominallohnrigiditäten sind häufiger, Tariflohnrigiditäten seltener als in Westdeutschland. Diese Entwicklung hat die Beschäftigung stabilisiert

Bonin, Holger (2005), Tarifpolitik, Entgeltflexibilität und Beschäftigung in Ostdeutschland, Zeitschrift für Arbeitsmarktforschung 38(2/3), 147-164.

Schlagworte

Tarifpolitik, Lohnpolitik, Tariflohn, Lohndrift, Beschäftigung, Schätzung, Neue Bundesländer