Einzigartiges Know-how wird zusehends zum zentralen Erfolgsfaktor für moderne Unternehmen. Ein wichtiges Element für die Generierung des zugrunde liegenden Wissens bildet die Identifikation und Integration von externem Wissen. Den Forschungsergebnissen von Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen kommt dabei besondere Bedeutung zu, da sie häufig grundlegend neues Wissen schaffen, das erhebliches Potential für wirtschaftliche Verwertung bietet. Auf der anderen Seite stellt der Zugang zu diesem Wissen erhebliche Herausforderungen an das Innovationsmanagement, den Wissenstransfer aus der akademischen Forschung anzustoßen und zu organisieren. An dieser Stelle setzt die vorliegende Analyse an. Sie untersucht eine breite Palette von potenziellen Zusammenarbeitsformen zwischen Unternehmen und der Wissenschaft. Diese reicht von informellen Kontakten und Lizenzverträgen bis hin zu befristetem Personalaustausch und Gemeinschaftsforschung. Der besondere Beitrag besteht darin, diese Zusammenarbeitsformen nicht isoliert zu betrachten, sondern umfassendere Interaktionsstrategien zu untersuchen, die sich aus mehreren Zusammenarbeitsformen zusammensetzen. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass Unternehmen verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit Unternehmen bündeln, um Schwächen einzelner Elemente durch andere zu kompensieren bzw. Synergiepotenzial zu nutzen.

In der Analyse werden dazu zunächst zwei Dimensionen der Zusammenarbeit konzeptionell abgeleitet. Auf der einen Seite steht die Breite der Zusammenarbeit mit Universitäten, d.h. wie viele verschiedene Typen kombiniert werden; auf der anderen Seite die Intensität dieser Zusammenarbeitsformen (Tiefe), d.h. wie intensiv der Austausch über die einzelnen Interaktionsformen betrieben wird. In einem weiterführenden, explorativen Analyseschritt werden Muster von Zusammenarbeitsformen identifiziert, die beide Dimensionen (Breite und Tiefe) kombinieren. Dieser konzeptionelle Rahmen wird anschließend empirisch daraufhin überprüft, inwiefern die einzelnen Zusammenarbeitsstrategien zum Innovationserfolg in Unternehmen basierend auf Impulsen aus der Wissenschaft beitragen. Diese quantitative Analyse kann auf Basis einer Befragung unter mehr als 800 Unternehmen in Deutschland durchgeführt werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl breite als auch tiefe Zusammenarbeitsstrategien den Innovationserfolg (basierend auf Impulsen aus der Wissenschaft) steigern. Allerdings ist der Effekt der Verbreiterung der Interaktion signifikant stärker. Der explorative Schritt der Analyse zeigt, dass Unternehmen vier verschiedene Interaktionsmuster mit Universitäten wählen. Sporadische Zusammenarbeitsformen zeigen dabei den geringsten Effekt auf den Innovationserfolg. Lose Zusammenarbeitsformen (informelle Kontakte, wissenschaftliche Beratungsprojekte) steigern den Erfolg, jedoch in geringerem Maße als formale Formen der Zusammenarbeit (Auftrags-/Gemeinschaftsforschung) und extensive Formen über alle möglichen Interaktionsformen. Interessanterweise sind die Beiträge der beiden letztgenannten Formen nicht signifikant verschieden. Dies deutet den zentralen Beitrag von formalen Zusammenarbeitsformen an, die es Unternehmen erlauben, die Verwertung potenzieller Ergebnisse maßgeblich zu beeinflussen und vertraglich zu regeln. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Managementempfehlungen abgeleitet.

Schlagworte

Technology transfer, industry-science links, open innovation, university knowledge