Europas Finanzmärkte sind auch nach der so genannten Vollendung des Binnenmarkts und der Einführung des Euro weniger stark zusammen gewachsen als dies oftmals angenommen wird. Nach Ansicht der Autoren erwachsen den Verbrauchern aus der unvollständigen Integration erhebliche Nachteile hinsichtlich Konditionen und/oder den angebotenen Serviceleistungen - angefangen vom Kredit und Einlagengeschäft, über das Fondgeschäft bis hin zum Online-Brokerage. Weil das europäische Wachstum und auch die internationale Akzeptanz des Euro durch die noch bestehende nationale Zersplitterung behindert werden könnten, befürchten die Autoren darüber hinaus negative makroökonomische Konsequenzen. Der Politik legen sie eine Bekämpfung der steuerdiskriminierenden Tatbestände, eine Vereinheitlichung der Regeln des Konsumentenschutzes und eine Forcierung der Aufklärungsarbeit nahe.

Heinemann, Friedrich und Martin Schüler (2002), Integration der Märkte für Finanzdienstleistungen in der EU, Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen 55 (14), 680-685.

Schlagworte

Finanzmarktintegration, Finanzdienstleistungen, EU