Diese Arbeit geht der Frage nach, ob die europäische Finanzmarktintegration im Bereich der Fondsindustrie zu Vorteilen für Privatanleger und institutionelle Investoren geführt hat. Dabei werden mögliche Determinanten der Fondsgebühren und die Auswirkungen der Domizilierungsentscheidung der Fondsgesellschaft untersucht. Investoren investieren weltweit in mehr als 65.000 verschiedene Investmentfonds, um so, im Vergleich zu Direktinvestments, in liquide und diversifizierte Anlagen zu relativ geringen Kosten anzulegen. Investoren müssen generell eine Fondsgebühr bezahlen, die als Preis unter anderem für die Fondsauflage, Portfoliomanagement, Wertpapieraufbewahrung und den Vertrieb erhoben wird. Höhere Gebühren bedeuten für den Investor grundsätzlich eine geringere Investitionsrendite. Es zeigt sich zudem, dass keine Beziehung zwischen hohen Fondsgebühren und guter Fondsperformance besteht. Allerdings führen höhere Fondsgebühren gleichzeitig zu höheren Gewinnen auf Seiten der Fondsgesellschaft, so dass sich ein Spannungsfeld zwischen den Marktakteuren ergibt. Begünstigt durch rechtliche Harmonisierungen in der europäischen Finanzindustrie hat sich der Wettbewerb zwischen den Fondsgesellschaften in den letzten Jahren weiter erhöht. Um von Skaleneffekten zu profitieren, konzentrieren Fondsgesellschaften ihre Tätigkeiten an einzelnen Standorten, was auch zu einem erhöhten Wettbewerb zwischen Ländern um die höchste Standortattraktivität führt. Luxemburg und Irland spielen als spezialisierte Finanzzentren global eine besondere Rolle. Jedoch stellt sich die Frage, inwieweit Investoren von dieser Marktkonzentration profitieren, außer dass sich die Anzahl ihrer Anlagemöglichkeiten erhöht? Die Ergebnisse zeigen, dass erhebliche Unterschiede in der Höhe der Fondsgebühren zwischen Ländern und Fondstypen bestehen. Ebenso zeigt sich, dass deutlich geringere Kosten für den grenzüberschreitenden Vertrieb der in Luxemburg ansässigen Fonds anfallen. Diesen Vorteilen stehen aber ebenso Nachteile gegenüber. Fonds die die OGAW-Richtlinie erfüllen, sind für den Investor grundsätzlich teurer. Zusätzlich erhöht sich die Fondsgebühr mit der Anzahl an bestehenden Vertriebsländern, da zusätzliche Vertriebspartner und Genehmigungen benötigt werden. Die Resultate zeigen aber nicht wirklich, dass Investoren niedrigere Gebühren für Fonds aus Luxemburg und Irland im Vergleich zu Fonds aus den anderen Ländern zahlen müssen. Insgesamt wird aber festgestellt, dass die Marktintegration in der europäischen Fondsindustrie signifikante Kostensenkungen durch die Konzentration von Spezialisten im Cluster und Skaleneffekte bewirkt und somit zu Wohlfahrtsverbesserungen führt. Die Umsetzung der aktuellen OGAW IV-Richtlinie in der EU verstärkt die Notwendigkeit, die Angebotsseite der Fondsbranche genauer zu untersuchen.

Schlagworte

Mutual Funds, Financial Regulation, Market Integration