Die Regierungskoalition hat die Einführung eines Betreuungsgeldes für Kinder unter 36 Monaten ab dem Jahr 2013 in Aussicht gestellt. Eltern, die keine öffentlich geförderte Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, soll ein Einkommenstransfer - das Betreuungsgeld - gezahlt werden. Argumentiert wird, dass der Wunsch, die Kinder in jüngerem Alter selbst zu erziehen, in gleichem Maß staatlich gefördert werden soll wie die öffentliche Kinderbetreuung. Damit soll die elterliche Wahlfreiheit hinsichtlich der Form der Kinderbetreuung gewährleistet und die eigene Erziehungsarbeit stärker anerkannt werden.

Der Zweck dieser Studie ist es, die Wirkungen einer deutschlandweiten Einführung einer solchen familienpolitischen Maßnahme im Voraus zu evaluieren. Hierbei werden betrachtet:

  • die mögliche Inanspruchnahme des Betreuungsgeldes, differenziert nach Familientypen,
  • die möglichen Folgen für den Arbeitsmarkt, insbesondere die Wirkungen auf das Arbeitsangebot von Müttern und Vätern,
  • die möglichen Veränderungen in der Betreuungssituation von Kindern, insbesondere bei den Ein- bis Dreijährigen,
  • die sich ergebenden Folgen für das verfügbare Einkommen der Haushalte und die Einkommensverteilung, unter Berücksichtigung der möglichen Änderungen des Arbeitsangebots und Anpassungen bei der Art der Kinderbetreuung,
  • die sich ergebenden fiskalischen Kosten der Umsetzung des Betreuungsgeldes auf der Ebene der öffentlichen Haushalte.

Um Aussagen über die potenziellen Wirkungen der deutschlandweiten Einführung eines Betreuungsgeldes zu machen, greift dieser Bericht zum einen auf Wirkungsanalysen zu den in Finnland, Norwegen und Thüringen existierenden Betreuungsgeld-Programmen zurück. Zum anderen wird das Verfahren der verhaltensbasierten empirischen Mikrosimulation eingesetzt, um auf Grundlage von Haushaltsdaten die Wirkungen eines Betreuungsgeldes abzuschätzen.

Der weitere Endbericht gliedert sich wie folgt: Kapitel 2 gibt einen Überblick über die bei Einführung von Betreuungsgeld-Programmen bisher gemachten Erfahrungen, Kapitel 3 erläutert das für die verhaltensbasierte Mikrosimulation eingesetzte Verfahren. Kapitel 4 diskutiert zunächst unterschiedliche Gestaltungsszenarien für ein Betreuungsgeld in Deutschland und stellt anschließend die empirischen Ergebnisse der ex ante Wirkungsanalyse vor. Kapitel 5 schließt mit einer Zusammenfassung und einem Fazit.

Zusätzlich können Sie sich die Kurzfassung des Endberichts als PDF-Datei (ca. 417 KB) herunterladen.