Die ungleiche Verteilung von Bildungschancen wird nicht erst seit Beginn der Covid-19-Pandemie diskutiert. Doch haben die langen Phasen von Homeschooling während der Lockdowns deutlicher offengelegt, mit welch unterschiedlichen Voraussetzungen die gut acht Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland ins Leben starten. Die Debatte darum, Schule in Präsenzunterricht stattfinden zu lassen, hat neben ungleich verteilten Chancen auch die Erreichbarkeit von Bildungseinrichtungen in den Fokus gerückt. Grund- und weiterführenden Schulen sowie Kinderbetreuungseinrichtungen bilden einen wichtigen Teil der als Daseinsvorsorge bereitgestellten staatlichen Leistungen, die wiederum regelmäßiger Diskussionsgegenstand sind, wenn es um den politischen Leitbegriff der „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“ geht. Traditionell werden in diesem Kontext neben der Daseinsvorsorge auch die Arbeits-, Wirtschafts- und Konsumverhältnisse berücksichtigt. Die vorliegende Kurzexpertise untersucht die Erreichbarkeit von Kindergärten und Schulen sowie von Ärzten/Krankenhäusern und kulturellen Einrichtungen insbesondere im Hinblick auf Einkommensunterschiede zwischen den nutzenden Haushalten.

Neu, Claudia, Lukas Riedel und Holger Stichnoth (2021), Erreichbarkeit von Bildungs-, Gesundheits- und kulturellen Einrichtungen, Einkommensunterschiede, Wünsche nach Investitionen und Einfluss auf die Wohnzufriedenheit, ZEW-Kurzexpertise Nr. 21-08, Mannheim. Download