Herdenimmunität, oder zumindest eine hohe Durchimpfung, ist ein Ziel der Impfungen gegen COVID-19. Dieses soll möglichst schnell erreicht werden, um weitere Ansteckungswellen zu verhindern und auch die Ausbreitung stärker ansteckender Varianten zu bremsen. Bisher war die Impfstoffmenge ein limitierender Faktor, der aber zeitnah verschwinden wird, so dass das Impfangebot durch Mediziner und die Impfbereitschaft in der Bevölkerung relevant für die Zielerreichung wird. Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung kann jedoch niedriger sein als es für Herdenimmunität notwendig ist. Neben einer generellen Ablehnung einer Impfung ist auch relevant, dass der individuelle Nutzen einer Impfung in der Anzahl der insgesamt Geimpften abnimmt. Insbesondere Menschen mit hohen Transaktionskosten beispielsweise durch unflexible Arbeitszeiten, Betreuungsbedarf für Kinder oder fehlende Transportmittel werden zunächst ungeimpft bleiben. Bisherige Diskussionen konzentrieren sich auf die Nachfrage nach Impfungen, d.h. die Schaffung von Anreizen für potentiell Impfwillige. Es sollte aber auch die Angebotsseite, d.h. die impfenden Mediziner nicht vernachlässigt werden. Aufklärung und Information durch impfende Mediziner ist ein entscheidender Faktor in der Erhöhung der Impfbereitschaft. Allerdings gilt: Je mehr Menschen geimpft sind, desto schwieriger wird es potentiell Impfwillige zu erreichen, aufzuklären und zu impfen. Dadurch steigen die Kosten im Verlauf der Impfkampagne. Impfende Mediziner benötigen eine flexible Kostenerstattung, die an den Aufwand angepasst ist. Ein bedarfsorientiertes Kostenerstattungsschema für Mediziner kann hier Abhilfe schaffen.