Dieser Beitrag zeigt, wie die in den zahlreichen Absolventenbefragungen üblicherweise enthaltenen Informationen besser als bisher genutzt werden können. Er untersucht die Einflussfaktoren auf akademischen Erfolg auf der individuellen, sozio-ökonomischen und Gruppenebene. Aufgrund des Datensatzes kann hierbei ein breiteres Spektrum von Determinanten als üblich genutzt werden. Bei den individuellen Charakteristiken werden Geschlecht, Alter, Studiendauer, schulischer Hintergrund, Migrationshintergrund und die Information ob der Absolvent oder die Absolventin ein Kind haben genauso berücksichtigt, wie subjektive Einschätzungen zu unterschiedlichen Fähigkeitsdimensionen am Ende des Studiums. Der sozio-ökonomische Hintergrund wird durch das Bildungsniveau der Eltern und durch die hauptsächliche Finanzierungsform des Studiums abgebildet. Der Beitrag zeigt zudem, dass es sinnvoll ist, zunächst alle individuelle Charakteristiken der Studenten zu Durchschnittswerten im Studienfach zu aggregieren, weil eine Reihe dieser Gruppencharakteristiken einen zusätzlichen Einfluss auf den akademischen Erfolg haben und die Selbstselektion der Studenten abbilden. Es sollten zudem Abweichungen von den durchschnittlichen Abschlussnoten im Studienfach genutzt werden anstatt die absoluten Noten, um idiosynkratische Unterschiede in der Notengebung zu kontrollieren. Zudem wird gezeigt, dass es wichtig ist, die schulischen Abschlussnoten einzubeziehen, weil dies inhärente Fähigkeiten und die Ressourcen, die die Absolventen vor ihrem Studium bekommen haben, berücksichtigt. Schließlich werden Institutionen fixe Effekte einbezogen, um eine idiosynkratische Notengebung in den unterschiedlichen Institutionen zu kontrollieren. Der Beitrag zeigt, dass individuelles kognitives Spezialwissen und schriftliche Fähigkeiten im Gegensatz zu Kooperationsfähigkeit, mündliche Ausdrucksweisen, ein breites Basiswissen oder Fremdsprachen die Abschlussnoten positiv beeinflussen. Er zeigt auch, dass das Geschlecht und der Bildungshintergrund der Eltern den Studienerfolg nach Kontrolle aller weiteren Einflussfaktoren nicht mehr beeinflussen. Schließlich sind Selektivitätseffekte in die Fächer, wie die Abiturdurchschnittsnoten und die durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten der Kommilitonen wichtig für Chancen, eine überdurchschnittliche Note in einem Studienfach zu erzielen. Der Beitrag basiert auf repräsentativen Daten von mehr als 4.500 Absolventen bayerischer Hochschulen im akademischen Jahr 2003/2004.