Seit seiner Gründung arbeitet das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) in Kooperation mit CREDITREFORM, der größten deutschen Kreditauskunftei, am Aufbau, der Erweiterung und der Pflege mehrerer Paneldateien, den ZEW-Gründungspanels, zu ost- und westdeutschen sowie österreichischen Unternehmen. Die zahlreichen Veröffentlichungen basierend auf Auswertungen aus den ZEW-Gründungspanels fanden breite Resonanz und führten u.a. dazu, dass verstärkt Anfragen an das ZEW gerichtet werden, die sich auf die Bereitstellung von Datenmaterial zum regionalen und sektoralen Gründungsgeschehen beziehen. Seit Anfang des Jahres 2000 stellt das ZEW externen Interessenten standardisierte Tabellen zum Gründungsgeschehen zur Verfügung. Ziel der vorliegenden Dokumentation ist es, das methodische Vorgehen bei der Bestimmung der ZEW-Gründungsindikatoren vorzustellen, um dem Datennutzer die Interpretation und das weitere Arbeiten mit den Gründungsindikatoren des ZEW zu erleichtern. Nach der Bereinigung um Mehrfacherfassungen von Unternehmen und der Identifizierung originäre Unternehmensgründungen, d.h. die erstmalige Errichtung betrieblicher Faktorkombinationen, erfolgt die Aggregation der individuellen Datensätze originärer Gründungen zu Indikatoren des Gründungsgeschehens. Da CREDITREFORM einen Großteil der Unternehmensgründungen nicht unmittelbar zum Gründungszeitpunkt sondern erst im weiteren Zeitverlauf durch die systematische Recherche verschiedener Informationsquellen erfasst, ist die Zahl der bereits gegründeten und noch zu erfassenden Unternehmen abzuschätzen. Ein weiteres Problem bei der Aggregation zu Gründungsindikatoren sind fehlende Werte in den individuellen Datensätzen der erfassten Unternehmensgründungen, z.B. eine fehlende Angabe zum Wirtschaftszweig. Ein individueller Unternehmensdatensatz kann in diesem Fall zwar nicht einer bestimmten Branche zugeordnet werden. Auf aggregierter Ebene ist es jedoch möglich, die Zahl der Datensätze mit nicht vollständiger Belegung nach der beobachtbaren Struktur auf die einzelnen Branchen zu verteilen. Wie alle anderen zurzeit verfügbaren Angaben zum Gründungsgeschehen sind auch die ZEW-Gründungsindikatoren aus einer Datenquelle abgeleitet, die nicht explizit mit dem Ziel erhoben wurde, das Gründungsgeschehen in Deutschland abzubilden. Ein wichtiger Vorteil der ZEW-Gründungspanel ist darin zu sehen, dass aufgrund der Geschäftsausrichtung von CREDITREFORM (Kreditwürdigkeitsprüfung von Unternehmen) praktisch nur wirtschaftsaktive Unternehmen erfasst werden. Dagegen sind Klein- und Kleinstgewerbetreibende, landwirtschaftliche Unternehmen und Freiberufler untererfasst. Untersuchungen im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projektes, die sich mit den Stärken und Schwächen verschiedener Indikatoren des Gründungsgeschehens beschäftigen, kamen zu dem Ergebnis, dass die Beschäftigtenstatistik der Bundesanstalt für Arbeit und die ZEW-Gründungspanel vergleichsweise am besten zur Abbildung des regionalen und sektoralen Gründungsgeschehens geeignet. Mit einer Verzögerung von ca. neun Monaten stehen die ZEW-Gründungsindikatoren zudem nur unwesentlich später als die Angaben der Gewerbeanzeigenstatistik für das abgelaufene Jahr zur Verfügung.