Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Volkswirt Joachim Nagel als neuen Bundesbank-Präsidenten vorgesehen. Das berichten Handelsblatt sowie der Spiegel und berufen sich dabei übereinstimmend auf Regierungskreise. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

Friedirch Heinemann sitzt auf einem Stuhl.
Bundesbank dürfte ihrer Linie treu bleiben, meint ZEW-Geldpolitikexperte Prof. Dr. Friedrich Heinemann zur Personalentscheidung bei der Deutschen Bundesbank.

 „Es ist gut, dass sich Persönlichkeiten mit einer zu geringen kritischen Distanz zur EZB im Rennen um das Amt des Bundesbankpräsidenten nicht haben durchsetzen können. Joachim Nagel ist in der Deutschen Bundesbank sozialisiert und ein erfahrener Zentralbanker. Er verfügt über eine umfassende geldpolitische und finanzielle Expertise, die für die komplexen geldpolitischen Entscheidungen heutzutage unabdingbar ist. Ihm ist zuzutrauen, dass er weiterhin die deutsche Bundesbanktradition in die Debatten im EZB-Rat tragen wird, ohne dabei ideologisch fixiert zu sein. Hoffnungen in Südeuropa, dass nun auch die Bundesbank eine Taube mit Sympathie für die Staatsanleihekäufe in den Rat schickt, sind damit erledigt. Nagel wird Inflationsgefahren getreu dem Auftrag der EZB sicherlich höher gewichten als die Finanzierungsinteressen hoch verschuldeter Staaten. Mit ihm dürfte die Deutsche Bundesbank ihrer Linie treu bleiben, den in Maastricht vereinbarten Ordnungsrahmen mit seiner Betonung von Preisstabilität und soliden Finanzen beizubehalten und weiterzuentwickeln.“

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20.12.2021

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