Die von Familienunternehmen geprägte Unternehmenslandschaft in den neuen Bundesländern gleicht sich zunehmend der in den alten Bundesländern an. Im Zeitverlauf der nunmehr drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall und der darauffolgenden Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nähert sich die Zusammensetzung der Gesamtheit der Familienunternehmen in den neuen Bundesländern mehr und mehr der Situation im ehemaligen Westdeutschland an. Zu diesem zentralen Ergebnis kommt eine Studie des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen.

Unterschiede in Unternehmenslandschaft in neuen und alten Bundesländern immer geringer
Drei Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer gleicht sich die von Familienunternehmen geprägte Unternehmenslandschaft in Ost- und Westdeutschland zunehmend aneinander an.

Der Studie zufolge stieg insbesondere der Anteil der Familienunternehmen an den größeren Unternehmen in Deutschland. Der Prozentsatz der Familienunternehmen unter den Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in den neuen Bundesländern wuchs zwischen 1993 und 2017 von sieben auf 18 Prozent an – und erreichte damit denselben Wert wie im ehemaligen Westdeutschland. Der Anteil der Familienunternehmen an den Unternehmen mit 250 bis 499 Beschäftigten stieg sogar von 17 Prozent auf 27 Prozent. In den alten Bundesländern sind nur 26 Prozent der Unternehmen dieser Größenklasse Familienunternehmen.

Weiterhin zeigt die Untersuchung, dass sich die Familienunternehmen in den neuen Bundesländern zunehmend in den Händen regional ansässiger Familien befinden. Der Anteil familienkontrollierter Unternehmen, die ausschließlich Eigentümer/innen aus dem Westen hatten, ging zwischen den Jahren 2001 und 2017 deutlich zurück. Im Jahr 2001 war noch knapp ein Drittel der Familienunternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten ausschließlich in westdeutscher Hand. 2017 waren es nur noch rund zehn Prozent.

Insgesamt ist der Prozentsatz familienkontrollierter Unternehmen in den neuen Bundesländern mit 92 Prozent höher als in den alten Bundesländern (89 Prozent). Die Bundesländer mit den höchsten Anteilen an Familienunternehmen sind Thüringen (mit 93 Prozent), Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Brandenburg (mit jeweils 92 Prozent).

Das ZEW hat im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen bereits im Frühjahr eine Studie zur „Volkswirtschaftlichen Bedeutung der Familienunternehmen“ in Deutschland vorgelegt. Daraus geht hervor, dass Familienunternehmen einen hohen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Stabilität leisten und fast 60 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft stellen.