In der aktuellen August-Umfrage (02.08.–15.08.2018) erholen sich die Konjunkturerwartungen für China wieder, nachdem sie in den vorangegangenen fünf Monaten erheblich zurückgegangen waren. Der CEP-Indikator, der die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten/-innen für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, liegt aktuell bei minus 3,7 Punkten (Juli 2018: minus 10,9 Punkte). Allerdings bewegt sich der CEP-Indikator immer noch deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 4,3 Punkten. Die derzeitige Konjunktursituation Chinas wird mit einem Saldo von 9,3 Punkten um 1,7 Punkte besser eingeschätzt als noch im Vormonat.

Der CEP-Indikator steigt in der August-Umfrage und liegt aktuell bei minus 3,7 Punkten.
Der CEP-Indikator steigt in der August-Umfrage und liegt aktuell bei minus 3,7 Punkten.

 „Der Konjunkturausblick ist damit immer noch schlechter als vor Ausbruch des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China. Es bleibt abzuwarten, ob diese leichte Erholung Bestand haben wird. Die Signale auf diplomatischer Ebene zwischen China und den Vereinigten Staaten lassen bislang nur eine ganz leichte Entspannung erkennen“, sagt Dr. Michael Schröder, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ und Projektleiter der CEP-Erhebung. Ende August soll eine chinesische Delegation in Washington die Gespräche über mögliche Lösungen des Handelskonfliktes wieder aufnehmen.

Die chinesische Wirtschaft scheint trotz des Handelskonflikts mit den USA derzeit noch recht robust zu sein. Bislang sind kaum negative Effekte auf das Wachstum zu erkennen. Entsprechend bleiben die Prognosen für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 6,5 Prozent für das Jahr 2018 und 6,3 Prozent für das Jahr 2019 auf dem gleichen Niveau wie im Juli.

Optimistisches Bild mit Blick auf den Handelskonflikt

Die relative Stabilität der chinesischen Wirtschaft fußt sicherlich teilweise auf einer stützenden Wirtschaftspolitik, sowohl auf der Ausgabenseite (z.B. durch Infrastrukturausgaben des Staates), als auch auf der Einnahmenseite (z.B. durch Steuererleichterungen für Unternehmen und private Haushalte). Auch die Geldpolitik versucht durch eine Senkung des Mindestreservesatzes und durch zusätzliche Liquidität für Banken, die der Kreditvergabe an Unternehmen dienen sollen, die Konjunktur zu stabilisieren. Die in der aktuellen Umfrage steigenden Indikatoren für die Verschuldung im Inland und Ausland weisen allerdings darauf hin, dass solche Maßnahmen nicht beliebig lange fortgesetzt werden können.

Dagegen sind die Exporte Chinas weltweit und auch in die USA im Juli überraschend stark gestiegen. In der aktuellen Umfrage zeigt sich daher ein eher optimistisches Bild mit Blick auf den Handelskonflikt. Die Indikatoren für Exporte und den Welthandelsanteil Chinas steigen jeweils sehr stark an, nachdem sie in den Vormonaten deutlich gesunken waren.

„Es bleibt abzuwarten, ob der aktuelle Optimismus durch entsprechend positive Entwicklungen auf diplomatischer Ebene bestätigt wird“, so Michael Schröder.  

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Dr. Michael Schröder, Telefon 0621/1235-368, E-Mail michael.schroeder@zew.de