Das Statistische Bundesamt hat seine Erstberechnung für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal vorgelegt. Danach ist das BIP im Vergleich zum Vorquartal preisbereinigt um 0,1 Prozent gewachsen. Die Gefahr einer Rezession ist damit vorerst gebannt. Denn nachdem das BIP im Vorquartal um 0,1 Prozent gefallen war, hätte ein weiteres Quartal mit negativer Wachstumsrate die technische Definition einer Rezession erfüllt. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, nimmt dazu Stellung.

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zum BIP-Wachstum für das 3. Quartal
Prof. Dr. Friedrich Heinemann leitet den ZEW-Forschungsbereich „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft".

 „Die heutigen Zahlen sind kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Für Deutschlands Wohlergehen ist es unerheblich, ob das Quartalswachstum einen Hauch unter oder über der Nulllinie liegt. Sorgen muss vielmehr bereiten, dass die längerfristige Wachstumsperspektive Deutschlands absinkt. Es ist gut, dass das Ausbleiben einer Rezession nun der Diskussion um ein hektisch zusammengeschustertes Konjunkturprogramm den Wind aus den Segeln nimmt.

Die Wirtschaftspolitik sollte dennoch nüchtern die wirklichen Hindernisse für ein dauerhaft höheres Wachstum identifizieren und angehen. Hier gibt es drei prominente Kandidaten: erstens die viel zu hohen Grenzabgaben für Arbeitnehmer, zweitens die sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmensbesteuerung und drittens die fehlenden Antworten auf die bevorstehende Ruhestandswelle der Babyboomer.“

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14.11.2019

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